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Freibad Tostedt - alles wieder auf Anfang?

Ist der Sprung ins Tostedter Freibad bald Geschichte? Die Beratungen über die Sanierung ziehen sich weiter in die Länge (Foto: Fotoschmiede / Jennifer Felkner)
bim. Tostedt. Geht die Diskussion um die Sanierung des Tostedter Freibades nun wieder von vorne los? Diese Befürchtung haben einige Mitglieder des Bauausschusses und die beiden Schwimmmeister Angelina Dennstedt und Sascha Nieß nach der jüngsten Sitzung. Der Ausschuss konnte sich nicht darauf einigen, ob die Wasseraufbereitung konventionell, biologisch oder kombiniert erfolgen soll. Stattdessen sollen zu einer Sondersitzung die Planungsgruppe Hildesheim, die Architektengruppe Voß und die Firma Polyplan GmbH sowie die Firma ICLS Consulting Sports eingeladen werden, um Konzepte für die Freibadsanierung vorzustellen.
Nachdem die Zusammenarbeit mit Aquatekt Tim Köhler beendet wurde, weil er als Sanierungsvorschlag „zu wenig Freibad für zu viel Geld“ präsentiert habe, wie Samtgemeindeamtsrat Michael Burmester erläuterte, hatten der Fachausschuss sowie Mitglieder der DLRG und des Freibadfördervereins das Stadionbad in Bremen besichtigt. Dort gibt es eine kombinierte Wasseraufbereitung. Danach sprachen sich Förderverein und DLRG wegen des hohen Arbeitsaufwandes bei der Naturvariante für eine konventionelle Wasseraufbereitung aus.
Zwischenzeitlich habe die Firma Polyplan einen kostenfreien Vorentwurf zur Verfügung gestellt, so Burmester, der deshalb vorschlug, Polyplan und die Planungsgruppe Hildesheim (PGH), die bereits 2010 eine Sanierungs- und Machbarkeitsstudie fürs Bad erstellt hatte, anzuhören. Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam legte nahe, alle drei Büros einzuladen.
Grünen-Ratsherr Waldemar Hindersin plädierte dafür, die kombinierte Wasseraufbereitung weiter zu verfolgen - in kleinerem Stil als in Bremen.
Harald Stemmler (Wählergemeinschaft, WG) wollte sich auf die Präsentation der PGH beschränken. „Mit Sicherheit ist nochmal über die Standortfrage zu diskutieren und darüber, ob das, was der Aquatekt vorgelegt hat, einer weiteren Betrachtung standhält“, so Stemmler zu den Plänen des Becken-Neubaus, der problematisch wird, da das Freibad auf einer Torflinse liegt.
„Wir sind wieder bei Stunde Null“, stellte Aussschussvorsitzender Alfred Timmermann (CDU) fest.
Damit wollte sich Reinhard Riepshoff (Neue Liberale) nicht abfinden. „Wir sollten es uns nicht antun, nochmal alles von Anfang an zu diskutieren. Es gibt einen Ratsbeschluss, die Bürgerbefragung spielt auch eine Rolle“, sagte er zum Beschluss, das Freibad am jetzigen Standort zu erhalten. Auch Gerhard Netzel (SPD) wollte nicht erneut die Standortfrage diskutieren.
Das sah Herbert Busch (CDU) ganz anders. „Der Standort war 1964 beim Bau des Freibades schon genauso ungeeignet wie er heute ist. Da kann man noch so viele Planungen machen. Die alternativen Standorte sind vor zwei Jahren schlechtgeredet worden“, fand er.
Das wertete Riepshoff als Affront. „Leider gibt es diese Mehrheitsfraktion, die es nicht geschafft hat, sich in Jahrzehnten zu einer konkreten Stellungnahme durchzusetzen.“ Und Harald Stemmler konterte: „Wir sind den Grünen auf den Leim gegangen, die uns zu der Naturvariante gebracht haben.“ Er beantragte, wie von DLRG und Förderverein vorgeschlagen, nur noch mit konventioneller Wasseraufbereitung zu planen. „Die Mitglieder haben die Hin- und Her-Diskussion auch satt. Das wird sonst 2016 ein Wahlkampfthema“, so Stemmler, dessen Antrag allerdings keine Mehrheit erhielt.
Samtgemeinderat Stefan Walnsch versuchte zu vermitteln: „Bis auf wenige Ausnahmen war das Thema für uns Neuland. Wenn die drei Firmen, die Kompetenz gezeigt haben, ihre Vorstellung machen, sind wir einen ganzen Schritt weiter“, erklärte er.
Schwimmmeister Sascha Nieß unterstrich die Forderung nach einem konventionellen Bad. Als Naturbad wäre der Baggersee des Todtglüsinger Sportvereins eine Alternative. Er riet dazu, Chlor nicht zu verteufeln. „Wir halten die DIN-Werte ein und haben exzellente Werte“, betonte er. Außerdem seien er und seine Kollegin Angelina Dennstedt beim Thema Wasseraufbereitung kompetente Ansprechpartner vor Ort.
• Die Sondersitzung zum Freibad mit Vorstellung der drei Büros soll nun am 17. September um 18 Uhr im Rathaus-Sitzungsraum stattfinden.