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Ist der Landkreis Harburg bald ein CDU-Monopol? / Kandidatin für den Posten der Kreisrätin steht der CDU nahe

Kandidiert als Kreisrätin für den Landkreis Harburg: Monika Scherf (Foto: Janine Martin / Frische Fotografie)
bim. Landkreis. Wer tritt die Nachfolge von Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt an? Darüber entscheiden die Mitglieder des Kreistages in ihrer Sitzung am 17. März (10 Uhr, Burg Seevetal). Landrat Rainer Rempe wird Monika Scherf (51) aus Lüneburg als Kreisrätin vorschlagen, die diese Position zuvor im Landkreis Lüneburg ausübte. „Frau Scherf hat in dem Bewerbungsverfahren ihre hohe fachliche Kompetenz und Erfahrung unter Beweis gestellt, wobei ihr die bisherige Tätigkeit als Kreisrätin im Landkreis Lüneburg mit ähnlichem Aufgabenzuschnitt sehr zugute kommt“, begründet der Landrat seine Entscheidung.
An dem umfangreichen Ausschreibungsverfahren hätten sich 29 Bewerberinnen und Bewerber beteiligt, von denen acht in die engere Wahl gekommen seien, teilt der Landkreis in einer Pressemitteilung mit. Zum Auswahlgremium gehörten neben dem Landrat u.a. die Fraktionsvorsitzenden aller im Kreistag vertretenen Parteien. In einer weiteren Runde hätten sich zwei Kandidaten dem Kreisausschuss und den Fraktionen in Einzelgesprächen vorgestellt.
Mit einer Frau als Kandidatin für dieses verantwortungsvolle Amt wird zwar eine Forderung von Sozialdemokraten und Grünen erfüllt. Allerdings könnte die CDU ihren Einfluss in Verwaltung und Politik weiter ausbauen. Landrat Rainer Rempe - zuvor parteilos - war für seine Kandidatur 2014 in die CDU eingetreten. Mit dem Ersten Kreisrat Kai Uffelmann steht ein zweiter CDU-Mann an der Kreisspitze. Und auch Monika Scherf steht der CDU offenbar nahe: Im Oktober 2013 kandidierte sie als Parteilose für die CDU als Landrätin im Kreis Lüneburg. Deswegen war sie auch bei ihrem vorherigen Chef, Landrat und Sozialdemokrat Manfred Nahrstedt, in Ungnade gefallen. In Lüneburg endete Scherfs Amtszeit in diesem Frühjahr.
Ruth Alpers (Grüne) ist Scherfs Nähe zur CDU bekannt. Daher sei die Entscheidung der Grünen für Monika Scherf nicht leicht gefallen. "Für uns ist es keine glückliche Konstellation. Aber wir haben in erster Linie nach sachlichen, nicht nach politischen Gründen entschieden. Monika Scherf hat in Lüneburg genau das gemacht, was wir hier im Landkreis brauchen. Sie ist im Thema, hat Kenntnis, Netzwerke, ist durchsetzungsfähig und vermittelt Kompetenz", so Ruth Alpers. Sie begrüßt aber, dass zumindest eine Frau für das Amt vorgeschlagen wird.
Tobias Handtke (SPD) sieht es nach wie vor kritisch, dass eine Kreisspitze mit zwei CDU-Mitgliedern sowie möglicherweise bald einer CDU-nahen Kreisrätin nicht die politische Vielfalt im Landkreis Harburg abbildet. "Wir wissen noch nicht, wie wir uns positionieren. Sollte Monika Scherf gewählt werden, werden wir fachlich mit ihr zusammen arbeiten", so Handtke.
Weitere Stimmen:
Martina Munz (M hoch zwei): "Uns ist wichtig, dass eine Frau Kreisrätin wird. Monika Scherf war aber auch die Kompetenteste aller Kandidaten. Sie ist vom Fach, bringt Erfahrung mit und macht einen fähigen Eindruck."
Dörte Cohrs (Wählergemeinschaft): "Monika Scherf macht einen kompetenten, sachlichen, ruhigen Eindruck. Sie ist eine angenehme Persönlichkeit und ist fachlich in Themen wie Umwelt und Bauen, die dieser Bereich abzudecken hat. Dass eine Frau Kreisrätin wird, fände ich ohnehin gut, da Frauen andere Aspekte und Denkansätze mit einbringen."
Hans-Heinrich Aldag (CDU): "Wir begrüßen die Kandidatur von Monika Scherf. Sie hat die meiste Kompetenz und hat auch in Lüneburg in dem Bereich gearbeitet. Sie war die Favoritin der CDU."

Bisher führte Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt den Bereich Bauen und Umwelt der Kreisverwaltung. Seine achtjährige Amtszeit läuft jedoch Ende Februar aus, sodass eine Nachbesetzung notwendig wurde.
Als Kreisrätin des Landkreises Lüneburg war auch Monika Scherf zuständig für die Themen Bauen, Regional- und Bauleitplanung wie auch für Umwelt und Klimaschutz, Veterinär, Lebensmittel- und Gewerbeüberwachung, Ordnung und Kfz- Zulassungen sowie Straßenverkehr und Führerscheine.