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Axt-Angriff auf Autofahrer - Amok-Alarm in Radbruch

Beamte der Verhandlungsgruppe sind vor dem Haus in Stellung gegangen
thl. Radbruch/Winsen. Großeinsatz der Polizei in Radbruch bei Winsen, direkt an der Grenze zum Landkreis Harburg: Ein 57-jähriger Frührentner ist am Montag offensichtlich durchgedreht, hat vor seinem Haus an der Bardowicker Straße einen Autofahrer angehalten und dann mit einer Axt auf dessen Fahrzeug eingeschlagen. Der Autofahrer wurde dabei leicht verletzt. Der Täter verschanzte sich anschließend in seinem Haus.
Aus dem gesamten Umkreis, auch aus Winsen, wurden Streifenwagen zusammengezogen. Nach gut drei Stunden nahmen Spezialkräfte den Mann in Gewahrsam.

Klaus H. (58) ist in Radbruch als freundlicher Nachbar bekannt, wird von den Einwohnern als nett beschrieben. Täglich war er mit seinen Nordic Walking-Stöcken unterwegs, um sich fit zu halten. Dabei hatte er immer einen kleinen Beutel dabei, in dem er Leckerlies für die Hunde hatte, die er unterwegs traf und mit deren Besitzern er gerne einen Klönschnack hielt.
Doch am Montag zeigte Frührentner Klaus H. plötzlich ein völlig anderes Gesicht. Mit einer Axt bewaffnet stürmte er aus seinem Einfamilienhaus an der Bardowicker Straße, stoppte willkürlich ein Auto und schlug mit dem Werkzeug auf dieses ein. Dabei beschädigte er die Windschutzscheibe und schlug die linke Seitenscheibe kaputt. Fahrer Peter M., ein 65-jähriger Ur-Radbrucher, wurde bei dem Angriff an der Hüfte verletzt, er hatte Glück, dass er keine schweren Verletzungen erlitt Anschließend schrie H. noch verwirrt auf der Straße herum und rannte dann zurück in sein Haus.
Gegen 9.30 Uhr lief der Notruf bei der Polizei auf. Als die Beamten eintrafen, zeigte Klaus H. sich aggressiv und schloss sich mit zwei Äxten im Haus ein - Großalarm. Sofort wurden mehrere Streifenwagen aus Lüneburg und Winsen nach Radbruch beordert. Die Beamten sperrten die Ortsdurchfahrt und umstellten das Einzelhaus. Weil sich in dem Haus eine Gasheizung befindet, wurden die umliegenden Häuser evakuiert.
Zusätzlich rückten verschiedene Spezialkräfte einer Verhandlungsgruppe und Hundeführer an und versuchten Kontakt mit dem Mann aufzunehmen, was jedoch zunächst nicht gelang. Deswegen wurde auch noch das Sondereinsatzkommando (SEK) alarmiert. Mit einem von Verwandten besorgten Haustürschlüssel verschafften sich die Einsatzkräfte gegen 12.35 Uhr schließlich Zutritt zum Haus. Weil Klaus H. weiterhin aggressiv war, wurde er mittels eines Tasers (Elektroschock-Pistole) kurzzeitg außer Gefecht gesetzt und festgenommen.
Die Beamten gehen als Ursache von einer psychischen Erkrankung des Mannes aus. Hinweise auf politische oder religiöse Hintergründe gibt es aktuell nicht. Klaus H. wurde von einem Amtsarzt in die Psychiatrische Klinik eingewiesen.
Während des Einsatzes kam Christian Frahm und wollte Klaus H. zum Walken abholen. „Unglaublich. Wir haben 35 Jahre zusammen im Tiefbau gearbeitet“, erzählte er. „Klaus ist ein feiner Kerl, allerdings war er gestern Abend schon so komisch.“