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Einbruchszahlen steigen dramatisch

Polizeisprecher Jan Krüger (Foto: Polizei)
thl. Landkreis. Wird das Leben im Landkreis Harburg immer unsicherer? Die Zahl der Einbrüche ist zum Vorjahr um rund 30 Prozent angestiegen. Darauf machte jetzt ein Staatsanwalt in der öffentlichen Gerichtsverhandlung gegen einen Einbrecher aufmerksam. Wurden im gesamten Jahr 2014 "nur" 751 Einbruchstaten aktenkundig, sind es in diesem Jahr (Stand: 24. Juli) schon über 600. "Und der zweite Teil der dunklen Jahreszeit, in dem die Einbruchszahlen 'traditionell' immer stark ansteigen, kommt erst noch", so ein Ermittler gegenüber dem WOCHENBLATT. "Wenn das so weitergeht, werden wir in diesem Jahr einen neuen Negativ-Rekord bei den Einbruchszahlen verbuchen."
Auf WOCHENBLATT-Nachfrage will die Polizei die Zahlen direkt zwar nicht bestätigen, räumt aber eine erhöhte Zahl an Taten ein. "Nach einem Rückgang der Zahlen in 2014, haben wir in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen registriert", sagt Sprecher Jan Krüger. "Die Erkenntnisse, die im Rahmen der Ermittlungen gewonnen wurden, zeigen, dass seit Jahresanfang insgesamt mehr Tätergruppierungen im Landkreis agieren. Und dies sind nicht mehr nur Gruppen, die aus dem Raum Hamburg in den Landkreis kommen. Vermehrt wurden auch Täter ermittelt, die bundesweit agieren."
Ein weiterer Punkt, der Ermittlungen erschwere, sei die Tatsache, dass Täter vermehrt mit dem Öffentlichen Nahverkehr in den infrastrukturell gut ausgebauten Landkreis einreisen. Dadurch könnten aufmerksame Zeugen auch keine verdächtigen Fahrzeuge melden, durch die man sonst Ermittlungsansätze bekommen könnte.
Die Sonderermittlungsgruppe "Sachgebiet Wohnhaus" trage aller Erkenntnisse und Spuren zusammen und werte diese aus, so Krüger weiter. Zudem bestehe ein reger Austausch mit den Beamten der benachbarten Bundesländer, denn auch dort würden überregional tätige Banden agieren, die für die große Zahl an Einbrüchen verantwortlich seien. "Im Frühjahr haben wir z.B. zwie Bohreinbrecher festgenommen, die über 80 Taten begangen haben", so der Polizeisprecher.
Die Polizei im Landkreis Harburg habe ihren Schwerpunkt ganz klar auf die Bekämpfung der Einbrüche gesetzt. "Gleichwohl ist der Anstieg der Fallzahlen ein bundesweites Phänomen, das nicht durch die Polizei allein zu korrigieren ist", sagt Jan Krüger. "Hier ist auch die Bevölkerung gefragt, Eigentum wirkungsvoll zu sichern und wachsam zu sein."