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Anti-Sexting-Kampagne gestartet

Stellten das Projekt vor (v. li.): Wilfried Haensch, Annika Huisinga, Ralf Macke und Christian Riech (Stadt)
thl. Winsen. Bilder von sich selbst über Facebook oder Messengerdienste wie z.B. WhatsApp zu verschicken, auf denen man nur leicht bekleidet oder gar ganz nackt ist, ist bei Jugendlichen derzeit schwer in Mode. Allerdings sehen sie die Gefahren nicht, die beim "Sexting" - so der Fachbegriff - lauern. "Die Fotos, die eigentlich nur für den Freund, die Freundin oder den Flirt gedacht sind, geraten schnell in Umlauf", weiß Annika Huisinga von der Polizei in Winsen. "Auf einmal hat die ganze Klasse die Fotos au dem Handy und der Verschicker wird schnell zum Mobbing-Opfer."
Aus diesem Grund haben Polizei und Stadtjugendpflege in Winsen das Präventionsprojekt "Ich habe heute leider kein Foto für Dich!" ins Leben gerufen. "Wir gehen mit dem Projekt in die Schulen und geben ab Klasse 7 vier Unterrichtseinheiten zu den Thema, inklusive eines vorlaufenden Elternabends", erzählt Stadtjugendpfleger Ralf Macke. Dabei wurde bereits deutlich: Das Thema "Sexting" ist mehr als aktuell. Mit dem Pilotprojekt, das in der Region einzigartig ist, will man die Jugendlichen für das Verschicken von Bildern und die Nutzung moderner Medien im allgemeinen sensibilisieren. Und nebenbei soll auch das Selbstvertrauen der Jugendlichen gestärkt werden. Denn "Sexting" erfüllt keinen Straftatbestand. Das weitersenden erhaltener Bilder dagegen schon. "Da fallen eine ganze Reihe an, von der Urheberrechtsverletzung über den Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung und das Verbreiten pornografischer Schriften bis hin zur Nötigung", so Huisinga. Hinzu komme, dass in solchen Fällen schon mehrmals die Handys der Täter eingezogen wurden.
Und es gibt eine weitere Gefahr: "Das Internet vergisst nie. Es gibt auch Leute, die sich als viel jünger ausgeben und an die Jugendlichen heranmachen, um ein Treffen zu vereinbaren. Kommt es dann dazu, kann es schnell in einer Vergewaltigung oder noch schlimmer enden", warnt Polizei-Chef Wilfried Haensch.
Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf der Facebook-Seite https://www.facebook.com/KeinFotoFuerDich