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Bauernrechnen in Scharmbeck: "Auch in 2016 auf hohe Flüchtlingszahlen vorbereiten"

Bauernrechnen in Scharmbeck mit Rück- und Ausblick: Hermann Jobmann (Realverband), Thorsten Perl, Christel Goes, André Bock und Walter Johanßon (v. li.)
bs. Scharmbeck. Auch in diesem Jahr lud Scharmbecks Ortsvorsteherin Christel Goes am vergangenen Samstag interessierte Bürger zum traditionellen Bauernrechnen ins örtliche Gasthaus Kruse ein.
Bei der jährlichen Gemeindeversammlung, an der als Vertreter der Stadt André Bock und Ratsherr Thorsten Perl aus Pattensen teilnahmen, hat jeder Anwesende die Gelegenheit, Anregungen und Kritikpunkte zu äußern.
Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Einwohner, blickte Ortsvorsteherin Goes auf das vergangene Jahr zurück. "Am 31. Dezember 2015 zählte Scharmbeck 1.506 Einwohner und kann sich über die Geburt von 16 Kindern freuen. Das ist eine wirklich erfreuliche Geburtenrate", so Goes, die folgend die maßgeblichen Veränderungen des Winsener Ortsteils im vergangenen Jahr skizzierte. "Die neue Ampelanlage an der Scharmbecker Dorfstraße ist in Betrieb genommen und der Neubau der DRK-Kindertagesstätte im Schäferkamp eingeweiht worden. Die Schließung der Volksbank ist schade, war dies nicht nur eine Bank sondern auch eine zentrale Anlaufstelle für viele Scharmbecker. Auch ich musste mein dort ansässiges Büro räumen und bin jetzt unter meiner Privatadresse 'Klister 12' weiterhin gewohnt donnerstags von 15 bis 18 Uhr ansprechbar", so die Ortsvorsteherin, die auch auf die im September anstehenden Kommunalwahlen hinwies. "Wir brauchen immer Wahlhelfer und freuen uns dabei auch über junge Menschen, die sich engagieren wollen", so Goes.
Folgend überbrachte André Bock die Grüße der Stadt Winsen und bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen, die die Stadt und den Landkreis in Sachen Flüchtlingshilfe unterstützen. "Ohne diese Hilfe wäre vieles einfach gar nicht zu schaffen gewesen", so der Landtagsabgeordnete, der die Flüchtlingszahlen für das Jahr 2015 zusammenfasste. "Der Landkreis hat im letzten Jahr 2.000 Menschen untergebracht, 400 davon in Winsen. Wir werden uns auch für 2016 auf ähnlich hohe Zahlen vorbereiten müssen und es kann sein, dass dann bei der Unterbringung erstmals auf Sporthallen oder andere Einrichtungen zurückgegriffen werden muss", so Bock, der außerdem das in 2015 angeschobene Stadtentwicklungskonzept "Winsen 2030", bei dem Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro in Aussicht stehen, ansprach. Auch zum Thema Haushalt äußerte sich der Politiker. "Wir haben im vergangenen Jahr rund 18,6 Millionen Euro, unter anderem in Schulen, Ganztagsbetreuung und Bildung investiert und wollen das Angebot für junge Eltern auch 2016 attraktiv gestalten. Im Dezember hat der Rat den Stadthaushalt mit 48,6 Millionen Euro, von dem große Teile an den Landkreis sowie in Schulen, Kinderbetreuung und den Straßenbau fließen, auf den Weg gebracht", so Bock, der auch versprach, dass 2016 weitere städtebauliche Maßnahmen zur Erschaffung von Wohnraum angeschoben werden sollen.
Kriminalhauptkommissar Walter Johanßon von der Polizeiinspektion Harburg informierte daraufhin über das "Phänomen Wohnhauseinbrüche" und legte erschreckende Zahlen auf den Tisch. "Auch wenn ich heute noch keine genauen Zahlen nennen kann, so kann man prognostizieren, dass die Einbruchszahlen im Landkreis Harburg mit 727 im Jahr 2014 wohl in den vierstelligen Bereich im Jahr 2015 abgerutscht sind. Damit ist der Landkreis Harburg in Sachen Einbruchskriminalität überdurchschnittlich stark betroffen und vor allem Seevetal, Winsen, Buchholz und Rosengarten liegen im Fokus der Einbrecher", so der Kommissar, der das mit der guten Infrastruktur im Landkreis begründete. "Autobahnen sind die Adern der Kriminalität und der Landkreis hat viele Autobahnen, Landstraßen und Bundesstraßen", so Johanßon. Vor allem Einfamilienhäuser lägen dabei auf der Liste der kriminellen Banden, die zu einem großen Teil aus dem ost-europäischen Raum stammen, ganz oben. "Unbeobachtete Terrassentüren sind die beliebteste Einstiegsmöglichkeit", warnte Johanßon, der die Anwesenden abschließend mit Informationsmaterial zur Verbesserung des Einbruchschutzes ausstattete.