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Von Finanzlage bis Polizeipräsenz: Salzhäuser Neujahrsempfang beleuchtete viele aktuelle Themen

"Volles Haus": Rund 120 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Gemeinde in der Oberschule
 
Gemeindedirektor und Samtgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Krause
ce. Salzhausen. "Das Land darf sich nicht aus den Kassen der Kommunen bedienen. Wenn wir nicht erheblich nachbessern, fliegen uns die Haushalte bald um die Ohren." Mit diesen Worten prangerte Salzhausens Samtgemeinde-Bürgermeister und Gemeindedirektor Wolfgang Krause jetzt die in seinen Augen mangelnde finanzielle Unterstützung aus Hannover an. Anlass war der Neujahrsempfang, den die Gemeinde in der Oberschule veranstaltete. Rund 120 Gäste, die überwiegend aus Salzhausen sowie den Ortsteilen Luhmühlen, Oelstorf und Putensen kamen, waren der Einladung gefolgt. Krause und Ortsbürgermeisterin Elisabeth Mestmacher widmeten sich verschiedenen Themen, die die Zuhörer momentan beschäftigen.
Wolfgang Krause wies darauf hin, dass ab Mitte dieses Jahres das erste Kindergarten-Jahr für die Eltern gebührenfrei sei. "Dann kommen zur derzeitigen Verschuldung der Samtgemeinde von rund 1,9 Millionen Euro nochmal etwa 350.000 Euro dazu", so Krause. Um aus dem Defizit herauszukommen, müsste die Samtgemeindeumlage womöglich auf sechs Prozent erhöht werden. "Das würde den Mitgliedsgemeinden ihre Handlungsfähigkeit entziehen", warnte Krause. Damit dieses Szenario nicht eintreffe, erwarte die Samtgemeinde vom Land mindestens einen "vollumfänglichen Ausgleich" der Kosten.
Für eine Testzeit von zwei Jahren hat die Samtgemeinde beim Landkreis Harburg eine Schnellbuslinie beantragt, die innerhalb von 17 Minuten die Fahrgäste von Salzhausen über Garstedt nach Winsen bringen soll. "Morgens sind vier Fahrten nach Winsen angedacht, nachmittags und abends insgesamt wieder vier Fahrten zurück", so Krause.
Voraussichtlich Ende 2019 solle die Salzhäuser Feuerwehr ihr lang ersehntes neues Feuerwehrhaus erhalten. Derzeit liefen Gespräche über den künftigen Standort.
Auch weiterhin stark machen will sich Krause nach eigenen Angaben für eine Aufstockung der Polizeipräsenz in der Region. "Die augenblickliche Situation ist absolut unzureichend. Da müssen und werden wir am Ball bleiben, um gegenzusteuern!"
Wolfgang Krause berichtete weiter, dass über 50 Prozent der Grundstücke im Gewerbegebiet Oelstorf II inzwischen verkauft seien. Die ersten Spatenstiche der Unternehmen für ihre Neubauten würden in diesem Jahr erfolgen.
Als Mitglied in der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises will die Gemeinde Salzhausen bis zu zehn Wohneinheiten für bezahlbares Wohnen vor der Kindertagesstätte errichten, die gerade in Salzhausen entsteht.
Auf dem Gelände des in 2017 abgebrannten Hotels und Restaurants "Josthof" beginnen laut Krause in Kürze die Aufräumarbeiten. Der Besitzer des Grundstücks habe mit der Versicherung eine Einigung erzielt. "Wir hoffen auf eine positive Entwicklung auf dem Areal", betonte Wolfgang Krause. "Wir hoffen auf Investoren mit Fingerspitzengefühl und können nur appellieren, die Wertschätzung dieses zentralen Punktes über den Profit zu stellen", ergänzte Elisabeth Mestmacher.
Mestmacher lag auch das Thema Inklusion am Herzen. Sie wünschte sich einen verstärkten Einsatz von Simultanübersetzungen für Gehörlose, mehr inklusives Arbeiten und  barrierefreie Zugänge zu Arztpraxen. "Wobei das Wort 'Zugang' schon Ironie ist, denn zahlreiche Menschen sind auf Rollstühle angewiesen", räumte sie ein.
Schließlich bedankten sich Elisabeth Mestmacher und Wolfgang Krause bei allen freiwilligen Einzelpersonen, Vereinen, Verbänden und Institutionen die sich ehrenamtlich engagieren: "Wir sind stolz auf euch und euren Einsatz!"