SPD: Thema Ganztagsschule muss stärker in den Fokus rücken
Apensen: Unglücklich über Sitzungsausgang

Dr. Karin Siedler-Thul (SPD)

ab. Apensen. Erneut hatte die SPD-Fraktion aus Apensen zur Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde einen Antrag eingereicht, kam damit aber nicht sehr weit: Die Sozialdemokraten regten zum zweiten Mal - wie bereits im vergangenen Jahr - die Bildung eines Arbeitskreises an, der ein Konzept für die Umsetzung des Ganztagsschulunterrichts an den Grundschulen erarbeiten soll. Es habe im Ausschuss unterschiedliche Meinungen dazu gegeben, sagt SPD-Fraktionsmitglied Dr. Karin Siedler-Thul gegenüber dem WOCHENBLATT. Ein Arbeitskreis sei nicht gebildet worden, aber es sei beschlossen worden, dass die Ausschussmitglieder in der kommenden Sitzung Kandidaten für den Arbeitskreis benennen sollten.

Karin Siedler-Thul erklärt, sie sei "etwas unglücklich" darüber, wie das Thema Ganztagsschule behandelt werde. "Meiner Meinung nach wird der Kopf in den Sand gesteckt", sagt sie. Von der Konzeptentwicklung bis zur Umsetzung können laut Erfahrungsberichten von Schulleitern bis zu zwei Jahre vergehen. "Deshalb ist es nach Ansicht der SPD-Fraktion höchste Zeit, mit der Erarbeitung zu beginnen", heißt es in dem Antrag.
Es müsse allen klar werden, dass die Ganztagsschule, die für Eltern kostenfrei ist, kein Hortersatz ist. "Die Ganztagsschule schließt schon am frühen Nachmittag. Der Hort hat bis in den Abend geöffnet", so die Sozialdemokratin. Doch die Sorge, dass viele Eltern ihre Kinder aus dem kostenpflichtigen Hort abmelden und stattdessen nur noch in die Ganztagsschule geben würden, sei wohl da.

Als ein weiteres Problem werde von einigen der Lehrkraftmangel gesehen. "Diesem Problem müssen wir im Arbeitskreis begegnen. Wobei es auch andere Möglichkeiten gibt, Kinder nachmittags in der Schule zu beaufsichtigen, beispielsweise durch pädagogische Mitarbeiter."

Und auch der finanzielle Aufwand ist für viele ein Thema, was Karin Siedler-Thul auch nachvollziehen kann. "In Apensen wurde viel gebaut, das hat viel gekostet." Aber für die Einrichtung der Ganztagsschulen könnten Fördermittel beantragt werden.

Ihre Sorge kommt nicht von ungefähr: Grundschüler der ersten bis vierten Klasse sollen laut Koalitionsvertrag ab 2025 ein Anrecht auf Ganztagsplätze in der Schule haben. Bis dahin will die Große Koalition gemeinsam mit den Ländern die Betreuung so ausbauen, dass der bundesweite Rechtsanspruch erfüllt werden kann. Zwei Milliarden Euro will der Bund dafür zur Verfügung stellen.

"Wir sollten jetzt handeln", so die Sozialdemokratin. "Denn wenn wir es jetzt nicht tun, müssen wir, wenn es zeitlich eng wird, Entscheidungen im Schnellschuss-Verfahren treffen." Sie sei nicht glücklich mit dem Ausgang der Sitzung. "Ich sehe die Notwendigkeit auf uns zukommen und wir sollten zumindest darauf vorbereitet sein", meint sie. "Sonst werden wir noch überrannt."

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