So macht Zähneputzen Spaß

Unter Anleitung von Prophylaxefachkraft Silvia Homann putzen die Mädchen und Jungen Zähne
  • Unter Anleitung von Prophylaxefachkraft Silvia Homann putzen die Mädchen und Jungen Zähne
  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Aktionstag des Jugendzahnärztlichen Dienstes / "Tag der Zahngesundheit" am 25. September. 

(mum). Die Kinder greifen kräftig zu - und lassen sich Paprika, Mohrrüben und Vollkornbrot ordentlich schmecken. Auch Kroko, das kleine Krokodil des Jugendzahnärztlichen Dienstes im Landkreis Harburg, wird fleißig gefüttert. Doch das zahngesunde Frühstück ist nur ein Programmpunkt beim Aktionstag des Jugendzahnärztlichen Dienstes in der Winsener DRK-Kindertagesstätte Eckermannstraße. Was nach dem Essen kommt, wissen die Mädchen und Jungen genau: "Zähneputzen", rufen sie, kaum dass Kroko danach gefragt hat.
Für die rund 70 Mädchen und Jungen der Kita ging es einen Vormittag lang spielerisch um das Thema Zahngesundheit. Das Team des Jugendzahnärztlichen Dienstes hatte für sie ein leckeres und zahnfreundliches Frühstück vorbereitet. "Dadurch sollen die Kinder lernen, was alles zu einem ausgewogenen gesunden Frühstück gehört, wie man dieses vorbereitet und wie man eine nette Frühstücksatmosphäre schaffen kann", sagt Jugendzahnärztin Dr. Birgitta Abraham. Denn sie weiß nur zu genau: Vieles, was Kinder lieben, ist zuckerlastig. Doch für die Zähne sei der morgendliche Griff zu Apfelschorle und Milchschnitte fatal. Und Vollkornbrot, Apfel und Möhren statt überzuckerte Kinderjoghurts und Toast sind nicht nur für Zähne gesund, sondern für den gesamten Körper. Nach Worten der Zahnärztin hat eine kaufördernde Ernährung auch Auswirkungen auf die Sprachfähigkeit. Denn durch kräftiges Kauen wird die Mundmuskulatur trainiert.
Nach dem Essen wurde gemeinsam unter Anleitung die Zähne geputzt. "Es ist wichtig, dass das Zähneputzen - so wie hier in der Einrichtung - auch in der Kita zum selbstverständlichen Tagesablauf gehört", sagt Dr. Abraham. "Wir sind immer wieder bemüht, alle Einrichtungen von der Wichtigkeit dieses Rituals zu überzeugen. Das tägliche Zähneputzen bietet allen Kindern die Chance auf gesunde Zähne und trägt zur Bewusstseins- und Gesundheitsbildung bei. Die Kinder lernen bereits frühzeitig, Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen." Das zahle sich aus, so die Erfahrung der Zahnärztin: "Kinder, die das Zähneputzen in der Kita erleben, greifen auch zu Hause zur Zahnbürste - auch, wenn die Eltern das Zähneputzen nicht aktiv unterstützen." Die Kinder lernten während des Aktionstags zudem, gesunde und ungesunde Lebensmittel zu unterscheiden.

"Gesund beginnt im Mund"
Die Mundgesundheit bei Jugendlichen in Deutschland ist grundsätzlich sehr gut. Dennoch bleibt Karies eine der häufigsten Erkrankungen im Jugendalter. Die Fehler werden oft schon früh gemacht. "Gerade die Bedeutung der Milchzähne wird unterschätzt", weiß Jugendzahnärztin Dr. Birgitta Abraham. Zum bundesweiten "Tag der Zahngesundheit" am 25. September macht die Jugendzahnärztin darauf aufmerksam, dass gesunde Milchzähne wichtige Funktionen haben: Sie sind für die Sprachentwicklung, für die gesamte Mundgesundheit, für die Ästhetik, für das Wohlbefinden und für die Ernährung wichtig. Der bundesweite Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Gesund beginnt im Mund - ich feier meine Zähne".
Immer wieder werden die Jugendzahnärztin und ihr Team mit einem Vorurteil konfrontiert: "Das sind doch nur die Milchzähne, die fallen doch später aus", heißt es. "Dabei haben gerade die Milchzähne eine wichtige Bedeutung für die nachrückenden Zähne, die nicht unterschätzt werden darf", warnt Abraham. Denn wenn die Milchzähne erkrankt sind, können die bleibenden Zähne bereits im Keim geschädigt werden. 

5.166 Kindergartenkinder untersucht
Beim Jugendzahnärztlichen Dienst sind fünf Prophylaxefachkräfte, zwei zahnmedizinische Fachangestellte und zwei Zahnärztinnen beschäftigt. Sie betreuen jährlich etwa 20.000 Kinder in Krippen, Kindergärten und Schulen. Im Landkreis Harburg sieht es in Sachen Zahngesundheit nach Feststellungen von Dr. Abraham und ihrem Team verhältnismäßig gut aus: Der Jugendzahnärztliche Dienst hat im vergangenen Schuljahr 5.166 Kindergartenkinder untersucht. 82 Prozent hatten ein naturgesundes Gebiss, Karies wurde bei etwa jedem zehnten Kind - insgesamt 11,5 Prozent - festgestellt. Bei den Grundschülern allerdings sinkt die Quote der Kinder mit naturgesundem Gebiss auf 57,7 Prozent. Für Dr. Abraham ist es daher umso wichtiger, schon frühzeitig anzusetzen, um die Kinder mit (zahn-)gesunder Ernährung und richtiger Zahnpflege vertraut zu machen.

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