Bundesliga-Saison beendet

Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau
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HANDBALL: Zweitliga-Spielerinnen wurden in “Zwangs“- Urlaub geschickt – wie sollen die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten eine neue Saison planen?


(cc).
Wegen Corona hat die Handball-Bundeliga Frauen (HBF) die Meisterschaftsrunde 2019/20 für die 1. und 2. Bundesliga offiziell für beendet erklärt. Es wird keine Absteiger geben. Aber über Aufstieg und Europacup-Teilnahme wird erst später entschieden. Die „Luchse“ waren nach 22 (von 30) Spieltagen Tabellenführer der 2. Liga.
„Auch für die Zeit danach gibt es noch keinerlei Gewissheit wie es weitergehen soll. Bis zum Saisonende, 30. Juni, müssen wir mit einem Verlust von rund 40.000 Euro rechnen. Zuschauereinnahmen, Catering und weitere Sponsorengelder fallen erst einmal weg“, so Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau, der Mitte dieser Woche sein Trainerteam und auch die Spielerinnen vorerst bis 19. April in Urlaub geschickt hat. „Da wir keine Profis sondern nur Mini-Jobber haben, erhalten diese im Krankheitsfall oder Urlaub ihr Gehalt weiter“, betont Dubau.
Wegen der Infektionsgefahr arbeitet der Geschäftsführer ausschließlich über eine Video-Konferenzschaltung mit seinen Trainern zusammen. Denn seit rund zwei Wochen ist für die Spielerinnen Heim-Arbeit mit individuell ausgearbeiteten Trainingsplänen angesagt, in denen Kraft- Stabilität- und Ausdauerübungen im Vordergrundstehen. „Wann wir wieder gemeinsam trainieren können, ist offen“, betont Dubau: „In dieser besonderen Situation haben wir die Spielerinnen auch darum gebeten, auf ein Training in kleinen Gruppen zu verzichten.“
Um in den Zeiten der Corona-Krise wichtige Entscheidungen vor Ort zu treffen, stehen die Verantwortlichen der „Luchse“ ständig mit den anderen Vereinen der 2.Liga im Dialog, das eng mit der HBF zusammenarbeitet. Alle sind in großer Sorge, weil heute keiner wissen kann, wie der Handball-Spielbetrieb nach der möglicherweise langen Zwangspause je wieder aussehen wird.
Auch Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau hängt hinsichtlich der Planung für die neue Saison 2020/21 völlig in der Luft. „Gespräche über Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen gerieten ins Stocken“, berichtet Dubau, der sich aber schon Gedanken über einen möglichen Aufstieg der „Luchse“ in die 1. Bundesliga macht. „Sollte uns tatsächlich von der HBF ein Erstligaaufstieg angeboten werden, dann werden wir vorher vor allem mit unseren Sponsoren sprechen, denn momentan sind viele andere Dinge wichtiger, als der Handball-Sport“, so Dubau.

Die offizielle Pressemitteilung der Handball Bundesliga Frauen

Hier im Wortlaut: Dortmund, 18.03.2020. Die Handball Bundesliga Frauen muss die Meisterschaftsrunde 2019/20 für die 1. und 2. Bundesliga abbrechen. Grund hierfür ist die sich zuspitzende Situation das Corona-Virus betreffend. Sportliche Absteiger aus der 1. und 2. Bundesliga gibt es nicht. Das OLYMP Final4 kann wegen behördlicher Vorgaben nicht wie geplant am 23. und 24. Mai stattfinden, eine Verlegung wird geprüft.
Die Vorschriften der Behörden verschärfen sich täglich: bis mindestens Ende April ist kein regulärer Trainingsbetrieb für die HBF-Clubs möglich. Auch für die Zeit danach gibt es noch keinerlei Gewissheit. Immer mehr Quarantäne-Fälle erreichen nun auch den Handball. Für die HBF steht die Gesundheit der Bevölkerung, der Spielerinnen sowie aller darüber hinaus am Spielbetrieb beteiligten Personen im Vordergrund. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und politischen Entscheidungen in Bezug auf das Corona-Virus und in Verantwortung gegenüber seinen Mitgliedsvereinen sieht der HBF-Vorstand sich gezwungen, die aktuelle Bundesliga-Saison 2019/20 abzubrechen. Gleichzeitig hat der Vorstand beschlossen, dass es für die laufende Saison keine sportlichen Absteiger aus der 1. und 2. Bundesliga gibt. Über mögliche Aufsteiger sowie die Vergabe der internationalen Startplätze wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.
Mit Baden-Württemberg hat ein Bundesland nunmehr Veranstaltungen generell bis auf Weiteres verboten, eine entsprechende Verordnung gilt Stand jetzt bis Mitte Juni. Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sogenannte Geisterspiele, würden die HBF-Clubs aufgrund der damit verbundenen Einnahmeverluste im Bereich Ticketing und Sponsoring in unzumutbarer Weise belasten. Schon jetzt stehen die 14 Erst- und 16 Zweitligisten im Hinblick auf die kommende Saison vor enormen, nie dagewesenen wirtschaftlichen Herausforderungen. Das OLYMP Final4, die Endrunde um den DHB-Pokal der Frauen, kann aufgrund der behördlichen Vorgaben nicht wie geplant am 23. und 24. Mai in der Stuttgarter Porsche-Arena stattfinden. Derzeit wird eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt geprüft. Die Tickets behalten vorerst weiter ihre Gültigkeit. Weitere Informationen folgen.

Autor:

Roman Cebulok aus Buchholz

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