Deichverband kämpft mit Dürre-Folgen
Mit Ton-Pellets gegen Deichrisse

Am Elbdeich: Die bis zu zehn Meter langen und 20 Zentimeter 
tiefen Risse werden von Experten genau untersucht   Foto: 4B Medienverlag
  • Am Elbdeich: Die bis zu zehn Meter langen und 20 Zentimeter
    tiefen Risse werden von Experten genau untersucht Foto: 4B Medienverlag
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Elbmarsch. Bis zu zehn Meter lange und 20 Zentimeter tiefe Risse klaffen seit vorigem Sommer auf einigen Elbdeichen im Gebiet des Artlenburger Deichverbandes (ADV). Sie sind Folgeerscheinungen der viele Monate dauernden Hitze, denn durch die lang anhaltende Trockenheit zog sich die Kleischicht zusammen und sorgte vor allem auf der Deichkrone für sogenannte Schwundrisse, weil das normalerweise Feuchtigkeit speichernde Gras vertrocknet war. "Eigentlich sollten sich die Spalten bei nassem Wetter wieder zusammenziehen. Doch die Regenmenge hat dafür offenbar nicht ausgereicht“, berichtet ADV-Geschäftsführer Ansgar Dettmer. Auch dass die Mitarbeiter der Deichpflegekolonne Mutterboden und Klei in die Ritzen füllten, brachte nicht überall den erwünschten Reparatur-Erfolg.
Vor allem in Marschacht und Barförde sowie zwischen Radegast und Bleckede halten sich die Risse standhaft. Die Gesellschaft für Grundbau und Umwelttechnik (GGU) aus Braunschweig nahm jetzt im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Schäden genauer unter die Lupe. Dabei wurden in Kooperation mit dem Deichverband Tiefe und Länge vermessen. "Wir wollten sichergehen, dass der Deich nicht unter der schützenden Grasschicht stärker lädiert ist, als mit bloßem Auge zu erkennen“, erklärt Deichhauptmann Hartmut Burmester.
Das Ergebnis der Messungen lässt ihn aufatmen: "Tiefer als bis zu 20 Zentimeter sind die Risse nicht. Somit besteht keine unmittelbare Gefahr“, erläutert er, während Ansgar Dettmer ergänzt: "Ein Restrisiko bleibt trotzdem. Denn diese Stellen sind geöffnete Türen für Wühlmäuse, die den Deichen heftigere Folgeschäden zufügen können."
Mit einem Pilotprojekt will der Deichverband nun versuchen, die Schadstellen endgültig zu schließen. "Wir verfüllen die Schwundrisse mit kleinen Ton-Pellets, die optisch in der Größe etwa Katzenstreu oder Kuhschrot ähneln. Die Kügelchen werden sonst zum Verfüllen von Bohrlöchern, zum Beispiel nach Trinkwasserbohrungen, verwendet“, gibt Ansgar Dettmer Einblicke in das Verfahren. Der getrocknete Ton solle bei Regen aufquellen und so die Risse verschließen.
Klappt alles wie geplant, wächst später Gras über den Schadstellen, das die ADV-Kolonne neu sät. "Unsere Mitarbeiter haben damit schon begonnen, denn als Folge der Trockenheit müssen sie zwar nicht flächendeckend, doch stellenweise ordentlich aussäen. Auch an Stellen, an denen es keine Risse gibt“, so Hartmut Burmester.
Doch nicht nur die Dürre macht diese Arbeit erforderlich. Auch Wildschweine wühlten heftiger an den Deichen, als es der Verband aus anderen Jahren kannte. "Wir verzeichnen mehr Schäden als üblich. Bei ihrer Nahrungssuche nach tierischem Eiweiß zerstören die Wildschweine die Grasnarbe“, weiß Ansgar Dettmer. "Beseitigte Schäden reißen die Tiere über Nacht wieder auf.“
Von den Schäden bzw. deren Beseitigung werden sich die Kommissionen bei den Frühjahrsdeichschauen ein Bild machen. Die Kontrolle der Hochwasserschutzanlagen im Gebiet des ADV finden statt am Donnerstag, 9. Mai, ab 8 Uhr zwischen Hoopte und Avendorf und am Donnerstag, 16. Mai, ab 9 Uhr zwischen Walmsburg und Artlenburg. Die Deiche an Ilmenau- und Neetze-Kanal zwischen Laßrönne und St. Dionys sind am Dienstag, 14. Mai, ab 9 Uhr an der Reihe.

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