Leiter berichtete im Kreis-Ausschuss
Im Kernkraftwerk Krümmel hat der Abbau begonnen
- Das Kernkraftwerk Krümmel ging 2011aufgrund mehrerer technischer Pannen vom Netz und läuft seitdem im Nachbetrieb
- Foto: Niefind
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Nachdem das schleswig-holsteinische Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) 2024 offiziell die Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks Krümmel unweit der Elbmarsch genehmigt hatte, begann dort kürzlich der Rückbau durch den Betreiber Vattenfall. 2011 war das Kraftwerk auch aufgrund mehrerer technischer Pannen vom Netz genommen worden und läuft seitdem im Nachbetrieb.
Über den aktuellen Sachstand der Rückbau-Arbeiten referierte jetzt Krümmel-Chef Torsten Fricke im Ausschuss für Kreislaufwirtschaft und zur Atommüllendlagersuche des Landkreises Harburg.
Mit dem Entfernen der letzten Brennelemente 2017 und der letzten Castorbehälter mitsamt Einzelbrennstäben 2019 haben laut Vattenfall rund 99 Prozent des radioaktiven Inventars das Kraftwerk verlassen. Von dem verbleibenden einen Prozent des radioaktiven Inventars befinde sich der größte Teil im Reaktordruckbehälter und seinen Einbauten. Diese Einbauten würden derzeit zerlegt, berichtete Torsten Fricke im Ausschuss. Anschließend gehe es unter anderem im Reaktorgebäude an die Zerlegung von Rohrleitungen, Armaturen und Pumpen sowie an den Abbau von Behältern.
Bei diesen und den weiteren in diesem Jahr geplanten Maßnehmen im Einsatz seien 195 eigene Mitarbeiter (2011 waren es noch 345) sowie etwa ebenso viele Kräfte von auf derartige Arbeiten spezialisierten Fachfirmen.
Über das aktuelle Geschehen in Krümmel informieren dessen Leiter und Vattenfall regelmäßig bei (Online-)Treffen mit Bürgermeistern und anderen Verwaltungsvertretern aus der Region, bei öffentlichen Führungen durch das Werk und unter www.perspektive-kruemmel.de.
Etwa in 15 Jahren soll der Krümmel-Rückbau laut Torsten Fricke abgeschlossen sein und das Gelände als "grüne Wiese" zur weiteren Nutzung freigegeben werden. Hierbei halte er von Wohnungsbau über Landwirtschaft bis zum Fortbestand als Industrie-Areal alles für möglich.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.