Brot zum Nostalgiepreis
"Liedertafel Estetal" will Back-Tradition bewahren

Bäcker und Schriftführer Werner Schruhl (.li.) und Vorsitzender Heinrich Benecke am Lehmofen
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bim. Hollenstedt. Das Backen im historischen Backhaus in der Hollenstedter Ortsmitte musste die Liedertafel "Estetal" von 1855 im vergangenen Jahr aus organisatorischen Gründen ausfallen lassen. Nun, da der Herbstmarkt Corona-bedingt abgesagt wurde, drohte dieses Highlight, mit dem der Männergesangverein seit Jahrzehnten die Dorfbewohner begeistert, erneut auf der Strecke zu bleiben. Doch da sich diese Tradition im kommenden Jahr zum 30. Mal jährt, beschlossen die engagierten Sänger, den Ofen nun doch anzuwerfen - auch ohne Markt - und zwar am Samstag, 26. September, ab 11 Uhr.
Liedertafel-Vorsitzender Heinrich Benecke erläutert, wie die Sänger zum Backen kamen. "Das Backhaus stand auf dem Matthiesschen Hof. Mitte der 1980er Jahre wurde der Hof an die Volksbank verkauft", berichtet er. "Als man das Gehöft abriss, kam 1987 ein verfallenes Backhaus zum Vorschein." Das wurde innerhalb eines Jahres durch ein neues ersetzt, maßgeblich beteiligt waren daran die Chormitglieder, die Holz- und Maurerarbeiten selbst vornahmen und eine eigene Backgruppe gründeten. Liedertafel-Mitglied Bernhard Niekerken (†), versierter Bäcker und Ofenbauer, hatte den Ofen mit dem mit Lehm verstrichenen Backstein gebaut.
Außerdem schaffte die Liedertafel Stühle und Bänke an und arbeitete den Backtrog auf. 1991 wurde der Lehmofen erstmals wieder mit Buschwerk angeheizt.
1992 schloss die "Liedertafel" mit der Volksbank einen Patenschaftsvertrag für das Backhaus, den August Kahrs, damals Volksbank-Vorstand und zwischenzeitlich Vorsitzender des Männergesangvereins, in die Wege leitete.
"Ein Bauer heizte früher alle 14 Tage den Ofen an. Die Dorfbewohner bereiteten den Teig vor, gaben ihn ab und holten das Backgut später wieder ab", erinnert sich Heinrich Benecke.
Der Backofen im historischen Hollenstedter Backhaus wird bis zu 250 Grad heiß, gebacken wird das Brot bei 200 Grad. Um die Temperatur zu reduzieren, wird ein nasser Jutesack mit dem Schieber im Ofen herumgeschleudert. "Das Anheizen dauert zwei bis zweieinhalb Stunden. Wenn der Ofen länger nicht befeuert wurde, muss man behutsam vorgehen. Hat sich darin Feuchtigkeit gesammelt, können Risse entstehen", weiß Schriftführer Werner Schruhl, der das Backen übernommen hat und die Backgruppe leitet. Denn der Umgang mit dem Ofen ist eine Kunst.
Die Back-Aktion am Samstag, 26. September, im Rahmen derer es Brot zum Nostalgiepreis sowie Schmalzbrote und Butterkuchen gibt, wird unterstützt von der benachbarten Bäckerei Dietz.


Der älteste Gesangverein im Landkreis


Die Liedertafel "Estetal" von 1855 ist der älteste Gesangverein im Landkreis Harburg. Im Jahr 2005 wurde unweit des Backhauses ein Gedenkstein im Rahmen der 150-Jahr-Feier des Männergesangvereins enthüllt.
Derzeit gehören der "Liedertafel" rund 30 Sänger an. Rund 20 von ihnen nehmen regelmäßig an den Übungsabenden teil. "In den vergangenen Wochen haben wir uns in Gärten und bei Landwirten getroffen", berichtet Vorsitzender Heinrich Benecke.
Derzeit finden die Übungsabende jeweils dienstags um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Regesbostel, Schulstraße 5, statt. Interessierte sind jederzeit willkommen. Nähere Informationen gibt es beim Vorsitzenden Heinrich Benecke unter Tel. 04169-412. "Alle, die uns kennenlernen oder mit uns singen wollen, sind willkommen", sagt er. Denn: "Wer singt, braucht keinen Therapeuten."

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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