Ackenhusen-Ring in Hollenstedt
Anwohner warten auf den Pflanzstreifen

Einige Anwohner stehen auf dem Grün, auf dem der 15 Meter breite  Pflanzstreifen neben der Bebauung (links) angelegt werden sollte
  • Einige Anwohner stehen auf dem Grün, auf dem der 15 Meter breite Pflanzstreifen neben der Bebauung (links) angelegt werden sollte
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bim. Hollenstedt. "Die Bürger sind in der Pflicht, aber die Gemeinde Hollenstedt nicht?", fragt Helga Blanck. Mit ihrer Familie war sie 2007 eine der ersten, die im Wohngebiet am Ackenhusen-Ring in Hollenstedt gebaut hat. Der entsprechende Bebauungsplan "West II" war kurz zuvor rechtskräftig geworden. "Eine öffentliche, 15 Meter breite Grünfläche wurde da als 'Pflanzstreifen' in der Satzung festgeschrieben, die mit standortgerechten heimischen Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen sei sowie dauerhaft zu erhalten, zu pflegen und bei Abgang zu ersetzten", berichtet Helga Blanck. Während die Anwohner jeweils einen groß-kronigen Baum pflanzten, wie laut Kaufvertrag vorgegeben, warten sie bis heute auf den von der Gemeinde im Herbst 2016 zugesicherten Pflanzstreifen.

Das Grün böte Insekten
schon einen Lebensraum

"Wäre dieser Grünstreifen ordnungsgemäß gepflanzt worden, hätte er pro Jahr mehrere Tonnen CO₂ gespeichert und böte Insekten einen Lebensraum. Dazu ist es aber bislang nicht gekommen", berichtet Helga Blanck. Und erst nach einer Einbruchserie im Ackenhusen-Ring sei auf Anwohnerbitte der alte Tannenbestand, der auf dieser besagten Grünfläche stehen geblieben war, im Juni 2016 abgeholzt worden.
"Dann gab es die schriftliche Zusage von Bürgermeister Jürgen Böhme, dass der Pflanzstreifen unverzüglich gepflanzt wird. Das war im September 2016, kurz vor den Kommunalwahlen. Auf Nachfrage der Bürger im Januar 2017 hieß es plötzlich seitens der Gemeinde, dass der Pflanzstreifen nicht mehr kommt. Denn zu dem Zeitpunkt verfolgte die Gemeinde schon andere Ziele: Angrenzend an die bestehende Bebauung sollte ein weiteres Wohngebiet "nördlich der Bergstraße" entwickelt werden. Der Pflanzstreifen wäre damit überplant worden. Das ließ sich jedoch nicht umsetzen. Der Grund: Die Zuwegung sollte über einen vom Landkreis bereits genehmigten Kreisverkehr an der K16 erfolgen. Dafür wäre jedoch Grunderwerb von rund 3.200 Quadratmetern nördlich der K16 erforderlich. Weil der Grundeigentümer derzeit aber nicht verkaufen will, hatte sich die Politik im Juni mehrheitlich von dem Vorhaben verabschiedet.
Die Anwohner gingen gegen die Überplanung auf die Barrikaden, schrieben die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg an und luden die Ratsmitglieder zum Ortstermin. "Bis auf die Grünen und die Wählergemeinschaft Hollenstedt hat sich nicht wirklich jemand von den Verantwortlichen für unsere Belange interessiert", sagt Helga Blanck.
Nachdem die Bauplanung "nördlich der Bergstraße" geplatzt sei, habe Bürgermeister Böhme sie in der Ratssitzung im Juni dieses Jahres persönlich angesprochen und zugesichert, dass im September 2020 mit der Bepflanzung des Grünstreifens begonnen werde. "Jetzt haben wir Mitte Oktober 2020 - und wieder ist nichts passiert. Auch nach zweimaligem Nachfragen gab es nur die Antwort von Bürgermeister Böhme, dass er erst noch mit seiner Landschaftsplanerin sprechen muss", berichtet Helga Blanck. „So sollte man mit den Bürgern nicht umgehen!“ Würde ein Bürger eine Forderung so lange aussitzen, wäre jedenfalls ein Bußgeld fällig geworden, ist sie überzeugt.
Doch auch für die Gemeinde könnte das Warten teurer werden. Denn sollte der Pflanzstreifen Teil der Ausgleichsfläche für das bestehende Wohngebiet gewesen sein, wäre laut Unterer Naturschutzbehörde nach nunmehr 13 Jahren eine Vergrößerung der Fläche von 25 Prozent fällig. Bei einer damals zeitnahen Kompensation - wie sie üblicherweise vorgenommen werden sollte - wären die gepflanzten Sträucher schon hochgewachsen und würden ihre biologische Funktion erfüllen, hieß es in einer Antwort der Unteren Naturschutzbehörde auf eine Anfrage der Anwohner im vergangenen Frühjahr.
Das sagt der
Bürgermeister

Bürgermeister Jürgen Böhme betont auf Nachfrage des WOCHENBLATT, dass der Pflanzstreifen nicht Teil der Ausgleichsfläche, sondern vielmehr eine Abschirmung oder ein Abstandshalter zur Landschaft sei. Wäre die Bebauung angrenzend an die bestehenden Häuser realisiert worden, wäre der Pflanzstreifen westlich der neuen Häuser angelegt worden, erklärt der Bürgermeister. Böhme zeigte sich überrascht von der aktuellen Kritik der Anwohner. Schließlich sei bereits Anfang vergangener Woche für den kommenden Montag ein Ortstermin im Ackenhusen-Ring vereinbart worden, bei dem es um die Bepflanzung gehe. Diese solle im Rahmen des Projektes "Großeltern pflanzen Bäume für ihre Enkel" unter fachlicher Beteiligung des Heimat- und Verkehrsvereins-Vorsitzenden Ludwig Hauschild, der auch Gärtnermeister ist und mithin auch "Baum-Papst" genannt wird, erfolgen.
Ob die Anwohner sich auf diese Lösung einlassen, wird sich zeigen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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