Jesteburg: Es wird wieder auf der Straße gemalt

Der erste Teil der Straßenkunst im „Schaftrift“ sorgte für reichlich kontroverse Diskussionen - zumal auch Flüchtlinge ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt wurden
  • Der erste Teil der Straßenkunst im „Schaftrift“ sorgte für reichlich kontroverse Diskussionen - zumal auch Flüchtlinge ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt wurden
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

mum. Jesteburg. Die Diskussion über die Straßenkunst in der Straße „Schaftrift“ in Jesteburg hallt noch nach, da rückt Kunsthaus-Kuratorin Isa Maschewski schon mit den nächsten Farbeimern an. Diesmal dürfte es deutlich weniger Protest seitens der Anwohner geben: Es gibt nämlich keine. Wie Stefanie Bauer von der Samtgemeinde Jesteburg mitteilte, wird der Künstler Michael Conrads im Zuge des Kunstpfads eine Straßenfläche im Bereich der Buskehre vor dem Freibad bearbeiten. Sein Honorar: 3.000 Euro.
Wie berichtet, hatte Maschewski im Mai ohne Information an die Anwohner ein Teilstück der kleinen Wohnstraße „Schaftrift“ bemalen lassen. Neben Zustimmung gab es deutliche Kritik: Viele WOCHENBLATT-Leser konnten nicht nachvollziehen, wie die Gemeinde Jesteburg mehr als 9.000 Euro Steuergeld für diese Art von Kunst ausgeben kann. Zudem geriet Maschewski in die Kritik, weil sie für die Maßnahme zwei Flüchtlinge beschäftigt hatte, die gar keine Arbeitserlaubnis besaßen (das WOCHENBLATT berichtete). Flüchtlinge sollen diesmal laut Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper nicht zum Einsatz kommen. Dafür bekommt der Künstler ein Honorar in Höhe von 3.000 Euro. Die Berliner Künstlerin Monika Michalko wurde bei der ersten Aktion mit 3.200 Euro entlohnt. Weitere 6.100 Euro kostete die Farbe. „Mir wurde mitgeteilt, dass Farbe übrig geblieben ist“, so Höper. Diese solle jetzt vor dem Freibad zum Einsatz kommen. „Ursprünglich sollte auch der Kreisel in der Straße 'Schaftrift' bemalt werden“, erklärt Höper. Das habe aber nicht funktioniert. Stand heute lässt sich Jesteburg die Straßenkunst mehr als 12.200 Euro kosten. Für zwei weitere Kunstwerke, die Isa Maschewski eigentlich schon zu Ostern präsentieren wollte, liegt laut Höper immer noch keine Baugenehmigung vor. Geplant sind ein Bus-Wartehäuschen sowie ein Spiegelhaus.
• Der etwa fünf Kilometer lange Kunstpfad soll die Kunststätte Bossard mit dem Kunsthaus verbinden und die Jesteburger Naturlandschaft durch Kunstwerke anders erlebbar werden lassen. Dieses Erlebnis soll über mehrere Jahre wachsen. Seit 2014 stellt die Gemeinde jährlich 13.000 Euro in ihren Haushalt ein. Weitere Gelder sollen über diverse Fördertöpfe eingeworben werden. Isa Maschewski selbst bekommt für ihre Arbeit als Kuratorin seit 2014 jährlich eine Pauschale von 3.000 Euro.
• Für die Straßenkunst-Arbeiten wird von heutigen Mittwoch, 12. Juli, an bis voraussichtlich Samstag, 22. Juli, die Buskehre am Freibad gesperrt. Die Busse halten vor dem alten Feuerwehrgerätehaus. „Die Zufahrt zum Freibad und die Nutzung der Stellplätze sind von der Maßnahme nicht betroffen“, so Höper.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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