Jesteburgs Hanf-Familie

Marion Hensel (li.) wird vor ihrem Ladengeschäft in Jesteburg gefilmt. Der NDR plant mehrere Drehtage
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NDR-Team begleitet mehrere Tage die Hensels, die seit 2010 im legalen Hanf-Geschäft sind

mum. Jesteburg. "Das war aufregend", sagt Marion Hensel. Gemeinsam mit ihrer Tochter Nadine betreibt sie in Jesteburg "Das kleine Hanflädchen". "Ich hätte nicht gedacht, dass Dreharbeiten so aufwändig sein können." Kürzlich hatte sich ein dreiköpfiges NDR-Team auf der zwei Hektar großen Hanfplantage der Hanf-Schnitt-Nord GmbH (HSN) in Jesteburg angekündigt. Hensel ist auch für dieses Unternehmen verantwortlich.
Vor Ort informierten sich die Redakteure über die einzelnen Arbeitsschritte rund um die Ernte und Verarbeitung. Unter anderem wurde gefilmt, wie die Blätter von Hand gepflückt werden. Zudem interviewten die Redakteure Heilpraktikerin Stefanie Geyer (Ramelsloh) zu ihren Erfahrungen in Bezug auf Nutzhanf im medizinischen Bereich. Nächste Station war das Ladengeschäft in Jesteburg, wo ein typisches Verkaufsgespräch mit der Kamera eingefangen wurde. Später am Nachmittag ging es in die Produktionsstätte der HSN. Dort werden die geernteten Hanfblätter getrocknet. Damit sind die Dreharbeiten noch nicht abgeschlossen. Demnächst soll die Ernte sowie die Verarbeitung bis hin zum Lebensmittel gefilmt werden. Wann der Beitrag ausgestrahlt wird, steht hingegen noch nicht fest - vermutlich im September.
Doch warum interessiert sich das Fernsehen ausgerechnet für die Hensels? Tatsächlich liest sich die Geschichte des Unternehmens spannend. Außer Marion Hensel und ihrer Tochter Nadine ist auch Ehemann Markus am Unternehmen beteiligt. Auf den Hanf kamen sie eher zufällig. 2010 machte das Trio einen Kurzurlaub in Amsterdam. "Wir waren überrascht", erinnert sich Marion Hensel. "Für uns stand Hanf bis dato immer nur im Zusammenhang mit Kiffen - war also negativ behaftet." Dabei biete die Pflanze so viele positive Anwendungsmöglichkeiten.
Zurück in Jesteburg begann sich das Ehepaar mit dem Thema zu beschäftigen. Am Ende stand die Gründung von Hanf-Schnitt-Nord. Schwierig gestaltete sich die Suche nach einer geeigneten Anbaufläche. "Wir wurden teilweise von den Höfen gejagt", erinnert sich Markus Hensel. "Die Landwirte glaubten, wir wollten Haschisch anbauen." Um Geld zu sparen wurde anfangs die eigene Garage als Produktionsstätte genutzt. Inzwischen verfügt HSN über eine große Halle sowie zwei Trockenspeicher.
Heute beschäftigt sich das Unternehmen mit dem Anbau von Nutzhanf und der Produktion von Lebensmitteln aus der Pflanze. Seit Oktober 2017 betreiben die Hensels außer dem Internethandel auch ein Ladengeschäft in Jesteburg. Die HSN handelt mit Nutzhanfprodukten national und sowie international - darunter Öl, Mehl, Protein, Backwaren, Pralinen, Schokolade, Tee und Kaffee. Sogar Bettwäsche sowie Dekostoffe aus Hanf aus eigener Herstellung werden angeboten. "Es gibt mittlerweile 50.000 Produkte aus Hanf", so Marion Hensel. Die HSN ist Lieferant für zahlreiche Lebensmittelhersteller. "Da wir bio-zertifiziert sind und der Nutzhanf ohne jegliche Giftstoffe angebaut wird, kann man über uns auch Hanf-Spielzeug beziehen." Dabei handelt es sich unter anderem um Kuscheltiere aus Hanfstoff gefüllt mit Schurwolle.
Die Hensels haben zum Thema Hanf auch einen sehr persönlichen Bezug: Tochter Nadine litt als Kind schwer unter Asthma. Sie war vom Sportunterricht befreit und musste wöchentlich mit Kortison behandelt werden. Von einem Hanfbauern bekam die Familie damals ein Duftkissen. "Den kleinen Beutel gefüllt mit Nutzhanfblüten legte sich unsere Tochter abends unter ihren Kopf", erinnert sich Marion Hensel. "Es dauerte nicht lang und Nadine kam ohne Kortison aus und konnte zudem am Sport teilnehmen."
• Mehr Informationen zum Thema Hanf gibt es auf der HSN-Homepage unter www.hanf-schnitt-nord.com.

Eine der vielseitigsten Pflanzen
Ob Samen, Stängel oder Blätter - alle Bestandteile des Hanfes bieten eine breite Palette an Verwendungsmöglichkeiten und Nährstoffen. So beeinhalten Hanfsamen und -öl ein ganzes Paket an hochwertigen Fettsäuren und Vitaminen. Aufgrund der zahlreich enthaltenen Cannabinoide wurde Cannabis von 1850 bis 1936 als Medizin für ca. 100 verschiedene Erkrankungen wie Rheuma, Malaria, Gicht, Hautausschläge, Bronchitis und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. In den letzten Jahrzehnten war Hanf hauptsächlich als Rauschmittel bekannt. Nutzhanf dagegen geriet fast in Vergessenheit. Ob als hochwertiges Lebens- oder Heilmittel, Baumaterial für den Hausbau, Einstreu von Pferdeställen, alternative Bekleidung für allergiegeschädigte Naturfaserfreunde oder als Grundlage für Farben, Lacke und Waschmittel - "Hanf ist unbestritten eine der vielseitigsten und faszinierendsten Pflanzen", so Marion Hensel.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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