Bendestorfer Geflüchtete
Karotten, Erdbeeren, Tomaten selbst anbauen
- Symbol für das lernen rund um den Gemüseanbau: "Professor Rübe"
- Foto: SG Jesteburg
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Die Bendestorfer Geflüchtete können bald ihr eigenes Gemüse anbauen, teilte Melanie Backhaus, Flüchtlingskoordinatorin der Samtgemeinde Jesteburg, mit. So sollen zum Beispiel die Kinder der Unterkunft lernen, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wächst. Stattdessen sollen sie erfahren, wie sie ihren eigenen Nutzgarten sinnvoll planen und anlegen können, wie Obst und Gemüse angebaut und geerntet wird.
42 Personen, darunter 14 Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, leben derzeit in der Bendestorfer Container-Unterkunft an den Beckwiesen. Die Gartenidee stammt von Henning Eberhardt, dem in der Unterkunft tätigen AWO-Sozialarbeiter. Bei der nachmittäglichen Hausaufgabenhilfe ging es auch immer mal wieder um Ernährungsgewohnheiten. "Die Kinder hatten Fragen zu Obst und Gemüse, und aus meinen Erfahrungen aus der Geflüchtetenhilfe weiß ich, dass es immer gut ist, mit ihnen etwas Praktisches zu machen." Natürlich sollen auch die Erwachsenen mitmachen. Viele Geflüchtete kämen aus der Landwirtschaft und hätten nützliche Kenntnisse, die sie so an die Kinder weitergeben könnten. "Und es ging auch um das Thema 'Was machen Deutsche in ihrer Freizeit?'", erklärt Eberhardt. "Sie gärtnern!"
"Gemüse-Akademie" heißt das Projekt folgerichtig: Es geht nicht nur um das praktische Gärtnern, sondern das Lernen soll im Mittelpunkt stehen. "Es geht um Beet-Bearbeitung, Anbauplanung, Anzucht, Pflege, Ernte, Lagerung, Nährstoffkreisläufe und Kompostierung - kurz: um die Grundlagen für eine eigene Ernte, die mehr als nur zum Naschen ist", ergänzt Backhaus. "Die ersten Karotten, der erste Salat aus dem eigenen Garten - was gibt es Schöneres?"
Eine etwa vier mal fünf Meter große Anbaufläche auf dem Gelände der Unterkunft wurde schon ausgesucht. Ehrenamtliche Hobbygärtner erklären den Kindern jetzt erst einmal, wie das grasbewachsene Land urbar gemacht wird, wie aus den Samen Pflanzen gezogen, wie gepflanzt und geerntet wird. "Wir haben hier zum Glück viele Ehrenamtliche, die zum Beispiel Deutschunterricht geben", erzählt Eberhardt. "Ein Herr bemerkte, er sei ja eigentlich von Haus aus Landschaftsgärtner - so etwas hilft!" Gartenfreunde, die bei dem Gartenprojekt mitmachen möchten, können sich bei Henning Eberhardt unter Tel. 0151-20550702 melden.
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