Letztes Wort noch nicht gesprochen
Schutzplanke oder doch eine Verlegung der Wettern in Oederquart?

Die Erde unter der Straße Hohenlucht drückt immer weiter in Richtung Graben
  • Die Erde unter der Straße Hohenlucht drückt immer weiter in Richtung Graben
  • Foto: Chr. Volquardts
  • hochgeladen von Jaana Bollmann

jab. Stade. Noch immer gibt es keine Lösung für die "Planken-Posse" in Oederquart. Das wurde in der Sitzung des Bau- und Wegeausschusses des Landkreises Stade deutlich. Statt über die endgültige Variante zu diskutieren, wie die rutschende Uferböschung der Wettern an der Straße Hohenlucht (K10) befestigt werden könnte, geht das Projekt nun in eine weitere Runde.

Beginn der Planken-Posse

Zum Hintergrund: Die Böschung der Wettern bietet dem Straßenkörper keinen Halt, sie sackt immer weiter zur Seite. Sogar die Straßenlaterne steht bereits schief, die Fahrbahn reißt. Um das zu verhindern, sollte etwas geschehen. Der Landkreis plante an dieser schwach befahrenen Straße - etwa 460 Fahrzeuge sind hier am Tag unterwegs - auf dem Kehdinger Land eine Spundwand auf einer Länge von rund 150 Metern zu errichten. Für rund 280.000 Euro. Für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sollte dann noch eine Schutzplanke folgen.

Das brachte die Anwohner wie Christian Volquardts, dem das Grundstück am Graben gehört, auf Zinne. Sie wandten sich an den Landkreis und forderten eine Überprüfung der Maßnahme. Zudem sollte die Möglichkeit geprüft werden, ob der Graben nicht einfach um ein bis zwei Meter verlegt werden könnte. Diese Maßnahme würde nur einen Bruchteil der Spundwand- und Planken-Aktion kosten (das WOCHENBLATT berichtete).

Posse oder Trauerspiel: Ärger um eine kleine Straße und einen Graben in Nordkehdingen

Varianten zur Befestigung vorgestellt

Im Ausschuss stellte Jörg-Markus Winkler, zuständig für den Straßenbau beim Landkreis, nun mehrere Varianten vor. Bei der Nullvariante bleibt alles so, wie es derzeit ist. Lediglich die Straßenschäden werden regelmäßig ausgebessert. Das habe kaum einen Nutzen, aber auch geringe Kosten. Allerdings warnt Winkler: "Die Erde wird sich durch die Verkehrsbelastung immer weiter bewegen und die Straße weiter beschädigt. Irgendwann folgt dann die Sperrung einer Spur und die Reduzierung der Geschwindigkeit auf diesem Stück." Der Zustand werde sich nur verschlechtern.

Eine Spundwand wird in Variante 1.1 in die Erde gerammt, die Erde davor weggeräumt, damit sie nicht weiter in die Wettern rutschen kann. Da die Wand hier bis zum Fahrbahnrand reicht, ergibt sich eine Absturzhöhe von der Oberkante bis zur Gewässersohle. Daher muss zusätzlich eine Spundwand errichtet werden. Die Kosten sind hoch, dazu kommen regelmäßige Kontrollen der Wand. Allerdings sei der Nutzen sehr hoch, so Winkler.

Eine abgespeckte und damit günstigere Variante stellt ebenfalls eine Spundwand dar. Diese würde allerdings nur bis zur Mitte der Böschung reichen, es entfällt die Schutzplanke. Hier müsse allerdings noch genau geprüft werden, ob die Maßnahme machbar ist und ob die Straße ausreichend gestützt wird, erklärt Winkler.
Variante 2 stellt die Gewässerverlegung dar. Da der Grundstückseigentümer Christian Volquardts seine Flächen nicht verkaufen, stattdessen aber verpachten wollte, wurde diese Alternative nicht weiter beachtet. "Das ist nicht vorgesehen und das wollen wir auch nicht", so Winkler eindeutig.

Eine Gewässerverrohrung stellt laut Winkler zwar eine Möglichkeit dar, die auch einen guten Nutzen erzielen würde, aber sie ist allein aus ökologischer Sicht nicht gewollt. "Das ist ein erheblicher Eingriff in die Natur." Außerdem seien die Investitions- und Instandhaltungskosten sehr hoch - wenn die Maßnahme aber auch sehr lange halten würde.

Die Empfehlung der Verwaltung: Variante 1.2, wenn sich die Maßnahme nach der Prüfung als realisierbar herausstellt. Wenn nicht, soll Variante 1.1 umgesetzt werden, so das Fazit Winklers.

Gespräche gehen weiter

Doch damit war Grundstückseigentümer Volquardts nicht zufrieden. Die Pacht habe er nur angeboten, da er zwar nicht verkaufen wollte, aber auch befürchtet hatte, dass die Verwaltung auf seinem Grundstück einfach baut, ohne Rücksprache mit ihm zu halten. Das sei im Straßenbaurecht schließlich erlaubt. Er plädiert weiter für eine Gewässerverlegung und machte deutlich, dass er bereit für ein Gespräch sei. Das Angebot will die Verwaltung nun annehmen und sich mit dem Eigentümer noch einmal zusammensetzen. Volquardts: "Man wird sich schon einig."

Wann gibt es den nächsten Akt in der "Planken-Posse"?
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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