Vorerst gesperrte Luhebrücke beschäftigt Vierhöfens Politiker weiterhin
"Das Dorf darf nicht geteilt werden!"

Unerlaubte Eigeninitiative: Unbekannte haben die Absperrungen an der Brücke beiseite geschoben
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  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Vierhöfen. "Über sieben Brücken musst Du geh'n" heißt es in einem Rock-Klassiker. Die Einwohner von Vierhöfen wären froh, wenn sie zumindest eine Brücke wieder sicher und pro-blemlos passieren könnten - nämlich die Luhebrücke im Bereich Weddermöde, die Vierhöfen und Salzhausen miteinander verbindet. Kürzlich hatte die Gemeinde die Brücke über Nacht sperren müssen, da ein beauftragtes Statikbüro erhebliche Mängel am Bauwerk festgestellt hatte. CDU-Ratsherr und Brücken-Anwohner Willi Helmke fühlte sich von der Kommune überrumpelt und kündigte an, ihr das 2006 an sie abgetretene Wegerecht wieder zu entziehen und die Brücke für einen symbolischen Euro wieder zurückzunehmen. Künftig soll die Querung nach Helmkes Willen für den Durchgangsverkehr gesperrt und nur noch für Anlieger offen sein (das WOCHENBLATT berichtete).
"Die Gemeinde prüft derzeit die möglichen rechtlichen Konsequenzen bei einem Entzug des Wegerechtes", erklärte Bürgermeister Mortimer Schmiedebach in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Dorfentwicklung, Infrastruktur und Umwelt zum aktuellen Sachstand. Als eine eventuelle Alternative zu einer Rückgabe der Brücke an Willi Helmke nannten Schmiedebach und Ausschuss-Vorsitzender Thomas Lünsmann eine Sanierung der Brücke, so dass sie mit bis zu drei Tonnen schweren Fahrzeugen wieder passiert werden könnte.
Ratsherr Sören Wohler mahnte, durch eine gesperrte Brücke dürfte "nicht ein Ortsteil Vierhöfens vom anderen abgeschnitten" werden. Wohler wies auch darauf hin, dass infolge der Brückensperrung sowohl Landwirte, die zu ihren Feldern wollen, als auch Pendler aus Vierhöfen, die in Hamburg arbeiten, lange Umwege fahren müssen.
"Wir müssen sorgfältig nach einer rechtlich sauberen Lösung suchen, mit der alle Beteiligten leben können. Bei der Entscheidungsfindung muss Qualität vor Schnelligkeit gehen", appellierte Ausschussmitglied Matthias Schuh an die örtlichen politischen Gremien.
"Es muss eine neue Brücke her. Und zwar keine, die nur Drei-Tonnen-Fahrzeuge trägt, sondern eine, über die auch Einsatzwagen der Feuerwehr mit gut sieben Tonnen problemlos fahren können", forderte Anwohner Klaus Ziegenhagen nach der Ausschusssitzung gegenüber dem WOCHENBLATT. "Bis die neue Brücke fertig ist, könnte die Gemeinde als schnelle Übergangslösung eine Brücke mieten und sie neben der zu sanierenden vorübergehend errichten. Dann wäre allen geholfen."
Als sich der WOCHENBLATT-Reporter vor wenigen Tagen ein Bild von der gesperrte Brücke machen wollte, waren die Absperrungen teilweise beiseite geschoben, so dass Fahrzeuge wieder "freie Bahn" hatten. Darauf angesprochen, erklärte Mortimer Schmiedebach: "Erlaubt ist es natürlich nicht, das einige Verkehrsteilnehmer hier eigenmächtig handeln. Die Gemeinde wird ein Auge darauf haben, dass sich an die Sperrungen gehalten wird."
• Die Luhebrücke ist unter anderem auch Thema im Vierhöfener Gemeinderat, der am Donnerstag, 18. Juli, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus tagt.

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