"Geschichten aus der Samtgemeinde Salzhausen" (2)
50 Jahre FC Hohe Heide - eine besondere Historie
- Eine feste Fußballgröße in der Region: der seit 50 Jahren bestehende FC Hohe Heide Gödenstorf
- Foto: Voigts
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
"Geschichten aus der Samtgemeinde Salzhausen" ist der Titel einer neuen monatlichen Reihe des WOCHENBLATT in Kooperation mit dem bekannten Chronisten Joerg Stallbaum aus Putensen, der schon einige Bücher über die Region herausbrachte. Dabei arbeiteten Stallbaum und WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann oft zusammen, und auch zur neuen Reihe wurde der Autor zum Teil durch Kreiszeitungs-Artikel inspiriert.
Im zweiten Teil beleuchtet Joerg Stallbaum die Geschichte des Fußballclubs (FC) Hohe Heide, der seit 50 Jahren besteht:
Alles begann in der alten Bahnhofsgaststätte in Gödenstorf, kurz Bahnhof genannt - eine der letzten Dorfkneipen in unserer Region. Hier trafen sich Jung und Älter regelmäßig. Der langjährige Wirt Horst Lübberstedt, humorvoll 'Horst Bahnhof' genannt, betrieb das Lokal mit seiner Familie. In der Region geradezu berühmt war der Bahnhof für seine leckeren halben Hähnchen. "Bei Horst 'nen Hahn essen" war immer ein besonderes Erlebnis. Man konnte auch telefonisch die Hähnchen zur Abholung vorbestellen.
Klaus Voigts, seit 45 Jahren Vorsitzender des FC Hohe Heide, erinnert sich gern an dessen Anfänge. Zu Beginn der 1970er Jahre traf sich die Dorfjugend oft im Bahnhof. Irgendwann wurden Fußballspiele auf dem alten Schulsportplatz auf der Heide verabredet. Die ersten Tore wurden aus Fichtenstangen zusammengebaut. Der Platz bestand zu etwa 70 Prozent aus Heideboden. Schwarze Füße waren dementsprechend immer angesagt. Es wurde regelmäßig dienstags und samstags trainiert. Nach Trainingsschluss wurde man dem Ruf eine Kneipenmannschaft gerecht. Es ging dann zum Umtrunk in den Bahnhof.
Die erste Jahreshauptversammlung wurde am 30. Mai 1975 im Bahnhof abgehalten. Im ersten Jahr des Clubbestehens wurden bereits 55 Mitglieder gezählt. Von 1976 bis 1977 wurde der Heideplatz begrünt. Hieraus entstand der Name FC Hohe Heide. 1979 wurde das erste Dorfturnier ausgetragen. Teilnehmer waren damals Mannschaften der örtlichen Firma Hünert und der Feuerwehr Gödenstorf-Oelstorf sowie mehrere Teams von den benachbarten Fußballclubs. Dieses Turnier wird bis heute veranstaltet.
In den 1980er Jahren wurden viele Scheunenfeten nach den Pokalturnieren gefeiert. Diese Events waren immer gut besucht und bereiteten allen Beteiligten viel Spaß. 1987 wurde zusätzlich eine Damenmannschaft gegründet. Trainer wurde damals Peter Holst. 1990 feierte man das 15-jährige Bestehen. Im gleichen Jahr wurden erstmals Kontakte zu einer Mannschaft det damaligen DDR in Glaisin bei Ludwigslust aufgenommen. Bei erst halbgeöffneten deutsch-deutschen Grenzen war es für alle ein komisches Gefühl, als sie am 2. Juni 1990 dorthin zu einem Pfingstturnier fuhren. Das FC-Team konnte immerhin den 2. Platz erzielen. 1991 kam der Gegenbesuch aus Glaisin. Der Bahnhof, ein Besuch im Wildpark Lüneburger Heide und natürlich Fußball waren angesagt. Der Kontakt nach Glaisin brach leider irgendwann ab.
Im vergangenen Jahr ereilte den Fußballclub ein schmerzlicher Verlust: Der langjährige charismatische Platzwart Volker Hutmacher verstarb plötzlich mit 78 Jahren. Wie Klaus Voigts war auch Hutmacher ein Mann der ersten FC-Stunde. 49 Jahre hatte er den Sportplatz stets akribisch in Ordnung gehalten. 2021 hatte er noch maßgeblich den Bau der Boulebahn auf der Anlage mit organisiert und die neue Attraktion gestaltet. Zu seinen Ehren wurde auf dem Sportplatz einen große Trauerfeier mit vielen Gästen abgehalten.
Der FC Hohe Heide erfreut sich bis heute großer Beliebtheit und zählt mittlerweile rund 200 Mitglieder. Klaus Voigts leitet auch im Jubiläumsjahr weiterhin mit großem Engagement die Geschicke.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.