Hegeringsleiter Stefan Isermann prangert Rückgang des Muffelwildes durch Wolfsrisse an
"Eine rasante Dezimierung"

Friedliche Idylle: Im Hegering Garlstorf lebendes Muffelwild
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ce. Garlstorf. "Die schlimmsten Befürchtungen seit der Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland sind jetzt selbst bei uns eingetreten." Das sagt Stefan Isermann, Leiter des Hegerings Garlstorf, mit Blick auf den drastischen Rückgangs des Muffelwildes durch Wolfsattacken in der Region. Zum Muffelwild gehören Widder und (Wild-)Schafe, die auch Mufflons genannt werden.
"Dass Wolf und Muffelwild sich nicht vertragen, war bekannt. Dass diese Dezimierung und womöglich komplette Ausrottung in unserer relativ dicht besiedelten Kulturlandschaft so rasant vonstatten geht, haben wir Revier-inhaber nicht für möglich gehalten", betont Stefan Isermann. "Im März 2016 fand ich den ersten Muffelriss auf einem Getreidefeld. Zu dem Zeitpunkt hatten wir einen gesunden Bestand. Östlich der A7 gab es gut 120 Stück Muffelwild und westlich um die 150", blickt er zurück.
Charakteristisch für die Mufflons ist laut Isermann ein aktives Auftreten in Rudeln. Seinen Ursprung hatte das heute im Hegering Garlstorf und Teilen des Hegeringes Hanstedt lebende Wild Mitte er 1930er Jahre in der Waldregion um Garstedt und Salzhausen im Gatter des damaligen Jagdpächters Reemtsma. Ende der 30er Jahre wurde das Gatter aufgelöst und das Muffelwild in der so genannten Osterheide ausgewildert. Anfang der 50er Jahre trieben spielende Kinder ein kleineres Rudel von der Osterheide über die gerade im Bau befindliche Autobahn. Seitdem gibt es zwei Vorkommen östlich und westlich der A7.
"Seit fast 80 Jahren wird das Muffelwild gehegt, gepflegt und bejagt. Unter den Revierinhabern bildete sich der 'Muffelring' als Hegegemeinschaft, in der gemeinsam mit Augenmaß diese Wildart bewirtschaftet wurde", so Isermann. Die Mitglieder hätten stets Zurückhaltung bei der Bejagung der Tiere geübt, um die Wildart zu erhalten und gesunde Bestände zu erzielen. "Diese leidenschaftliche Bestandsführung wurde nun innerhalb von knapp drei Jahren zerstört", beklagt Stefan Isermann die Tatsache, dass derzeit östlich der A7 nur noch "maximal eine Handvoll Mufflons läuft". Er prangert an, dass die herausragende Wildart des Landkreises Harburg, die auch im Wappen der Gemeinde Garlstorf verewigt ist, "einer politisch-ideologisch motivierten Wiederansiedlung des Wolfes komplett geopfert" werde. "Der Verlust des Muffelwildes, bei dem man aufgrund gesetzlicher Vorschriften tatenlos und machtlos zuschauen muss, ist ein schmerzlicher und schändlicher Zustand für unsere Region."
Vom WOCHENBLATT nach einer möglichen Lösung für das Problem gefragt, redet Stefan Isermann Klartext: "Der Bestand an Wölfen ist zu hoch und nicht mehr akzeptabel und wird ungebremst weiter steigen. Die Wolfspopulation muss reguliert werden, und es müssen welche entnommen werden, wenn es zu viele sind!"

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