Archäologische Entdeckungen
So lebten Menschen vor 4.000 Jahren im Raum Stelle - Historischer Rundgang auf YouTube

Ein Blick unter die heutige Landschaft von Stelle eröffnet überraschende Einblicke in eine jahrtausendealte Geschichte. Ein neues Video macht diese Vergangenheit nun für ein breites Publikum erlebbar.

Im Jahr 2019 wurde die Führung „Auf den Spuren von Ur-Stelle“ angeboten. Sie zeigte, wo vor Jahrtausenden Menschen auf dem Oldendörpsfeld westlich von Stelle siedelten. Der damalige Siedlungsraum erstreckte sich zwischen Bardenweg und Harburger Straße sowie zwischen Heimstraße, Hoher Weg und Pennekuhle. Wer damals nicht teilnehmen konnte, hat jetzt die Möglichkeit, den Rundgang auf Youtube nachzuvollziehen. Auch die rund 80 Teilnehmenden von 2019 können am Bildschirm erneut erleben, was sie vor sechs Jahren vor Ort gesehen und erfahren haben.

Während der Führung wurden archäologische Befunde freigelegt, darunter eine etwa 2.000 Jahre alte Siedlung sowie eine rund 3.500 Jahre alte Grabanlage. Die Fundstellen wurden gemeinsam besichtigt, ein Grabungstechniker erläuterte die Befunde und erklärte seine Arbeitsmethoden. Der besondere Fundort lag unter dem heutigen Bussardweg. Ergänzt wird das Video durch Aufnahmen einer archäologischen Ausgrabung aus dem Jahr 2021 auf dem Gelände des Zentrallagers von Aldi.

Ein historischer Bogen spannt sich dabei weit zurück. Zur selben Zeit, als in Ägypten die Pyramiden errichtet wurden, schufen Menschen im Raum Stelle aus Sand und Erde meterhohe Hügel, in denen sie ihre Toten bestatteten. Wie diese frühen Bewohner sich selbst nannten, ist nicht überliefert. Die Menschen, die in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt in der Region lebten, gehörten jedoch zum Volk der Langobarden. Nach ihnen benannte der Gemeinderat später den Bardenweg, eine Kurzform des Namens Langobarden.

Das Video möchte die heutigen Einwohnerinnen und Einwohner von Stelle dafür sensibilisieren, dass unter der sichtbaren Landschaft Überreste menschlichen Lebens, Arbeitens und Siedelns aus rund 4.000 Jahren verborgen liegen. Ziel ist es, den Blick für die Besonderheit des Ortes zu schärfen und dazu anzuregen, die Umgebung beim Spazierengehen oder Radfahren bewusster wahrzunehmen.

Empfohlen wird, den Film auf einem großen Bildschirm anzusehen, da es bei der Wiedergabe auf kleinen Bildschirmen wie Smartphones bereits zu Missverständnissen gekommen ist. Einzelne Details wurden dabei falsch erkannt, weil sie zu klein dargestellt waren. Das Smartphone kann dennoch sinnvoll sein, wenn der Rundgang zu Fuß begangen wird und das Video begleitend angesehen und gehört wird. So lässt sich die Führung von 2019 erneut nahezu wie vor Ort erleben, inklusive aller Fundstellen entlang der Strecke.
Info: Viele Fundstücke sind heute in Museen zu finden. Die meisten im Helms-Museum Harburg, Harburger Rathausplatz 5.

Redakteur:

Julia Paepcke aus Buchholz

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