Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung
Abgründe im Tostedter Jugendzentrum

Das Jugendzentrum Tostedt war zwischen Dezember 2015 und September 2016 Schauplatz der mutmaßlichen Übergriffe | Foto: bim
  • Das Jugendzentrum Tostedt war zwischen Dezember 2015 und September 2016 Schauplatz der mutmaßlichen Übergriffe
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Zeugen gesucht in Hanstedt
Haben Jugendliche ein Sofa angezündet?

Ein offensichtlich als Sperrmüll abgestelltes Sofa haben Unbekannte am Mittwochabend, 5. August 2026, gegen 22.10 Uhr in Hanstedt angezündet. Anwohner meldeten der Rettungsleitstelle den Brand in der Winsener Straße. Aufgrund der trockenen Witterungsverhältnisse hatte sich das Feuer bereits auf die angrenzende Hecke ausgebreitet. Der Feuerwehr Hanstedt gelang es schnell, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Erste Befragungen der Polizei vor Ort ergaben, dass vermutlich drei Jugendliche das...

Blaulicht
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Mägdrescher bereits in Flammen | Foto: T. Esch / Feuerwehr Buxtehude
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Mähdrescher brennt lichterloh
Feuer auf einem Stoppelfeld bei Buxtehude

Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden hat im Landkreis Stade ein landwirtschaftliches Gerät auf einem Stoppelfeld gebrannt: Am Montagabend stand ein Mähdrescher an der K 73 bei Buxtehude-Immenbeck in Flammen. Die Feuerwehr verhinderte, dass sich das Feuer auf das Feld ausbreitete. Um 20.53 Uhr wurden der 1. Zug der Feuerwehr Buxtehude sowie die Ortsfeuerwehren Immenbeck und Ovelgönne/Ketzendorf alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte auf dem Feld zwischen Immenbeck und...

Blaulicht

Raser riskiert Menschenleben
Das ist Wahnsinn: Mit Tempo 113 statt 50 durch Brest gerast

Mehr als doppelt so schnell wie erlaubt: Ein Autofahrer ist am Montagabend mit 113 Stundenkilometern durch das Dörfchen Brest (Samtgemeinde Harsefeld) gerast. Erlaubt waren 50 km/h. Wer derart aufs Gaspedal tritt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern nimmt schwerste Unfälle mit Verletzten oder Toten in Kauf. Andere europäische Länder reagieren auf solche Exzesse erheblich härter als Deutschland. Spitzenreiter bei der Geschwindigkeitskontrolle Drei Stunden lang kontrollierte der Landkreis...

Blaulicht
Die Feuerwehr Seevetal und die Feuerwehr Hamburg arbeiteten Hand in Hand bei der Befreiung eines Verletzten nach einem Verkehrsunfall in Moor
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Seevetal
Schwerer Verkehrsunfall in Moor - Feuerwehren kooperieren länderübergreifend

Einen länderübergreifenden Rettungseinsatz von Feuerwehren aus Hamburg und Niedersachsen hat ein schwerer Verkehrsunfall am frühen Donnerstagabend auf dem Großmoordamm in Moor (Gemeinde Seevetal) unweit der Landesgrenze zu Hamburg ausgelöst. Aus bislang ungeklärter Ursache war der Fahrer eines VW Polo auf der besonders bei Pendlern beliebten Strecke in den Gegenverkehr geraten und frontal mit einem entgegen kommenden Transporter VW Crafter kollidiert. Die Unfallstelle befand sich nur gut 200...

Blaulicht

Jogger in Harsefeld ins Gebüsch geschubst
Polizei sucht Radfahrer und Zeugen

In Harsefeld wurde ein Jogger auf der Buxtehuder Straße  von einem Radfahrer ins Gebüsch geschubst:  Jetzt sucht die Polizei sucht den Radfahrer und Zeugen. Der 60 Jahre alter Jogger wurde bei dem Vorfall am Freitag, 31. Juli, gegen 13.30 Uhr an der Buxtehuder Straße leicht verletzt. Nach Angaben der Polizei lief der Harsefelder auf dem Geh- und Radweg in Richtung Harsefeld. Kurz hinter Rutenbeck wurde er von einem Fahrradfahrer überholt. Der Jogger rief dem Mann hinterher und fragte, warum...

Blaulicht
Porsche mit Totalschaden

 | Foto: Polizei
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Unfall auf der A26 bei Horneburg
Vier Menschen, darunter zwei Kinder, leicht verletzt

Bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 26 bei Horneburg wurden am heutigen Dienstagvormittag vier Menschen leicht verletzt. Zwei Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 150.000 Euro. Der Unfall ereignete sich gegen 9.40 Uhr auf der A26 in Fahrtrichtung Hamburg, kurz hinter der Anschlussstelle Horneburg. Nach Angaben der Polizei war ein 19 Jahre alter Mann aus Bevern mit einem Ford Transit auf der Autobahn unterwegs. Zusammenstoß beim...

Blaulicht

E-Bikeunfall in Stade-Bützfleth
Polizei sucht Jugendlichen und Zeugin

Nach einem Unfall mit einer E-Bike-Fahrerin in Stade-Bützfleth sucht die Polizei den beteiligten Jugendlichen sowie eine mögliche Zeugin. Der Vorfall ereignete sich am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr im Obstmarschenweg. Eine 63-jährige Radfahrerin war auf dem linken Gehweg in Richtung Bützfleth unterwegs, als nahe der Bushaltestelle Bützfleth Kirche ein Jugendlicher plötzlich in ihren Fahrtweg trat. Bei dem Zusammenstoß stürzte die Frau und verletzte sich. Sie wurde nach der Erstversorgung in...

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Jesteburg
Bekiffter Fahrer ohne Führerschein kracht frontal mit anderem Pkw zusammen

Zu einem Frontalzusammenstoß zwischen zwei Autos im Bereich der Straße Allerbeeksring in Jesteburg kam es am Dienstag gegen 15.50 Uhr . Dabei wurde eine Person leicht verletzt, beide Autos waren nicht mehr fahrbereit. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 28.000 Euro. Der 45-jährige Fahrer eines Citroen fuhr im Allerbeeksring auf der linken Fahrspur, um an den dort parkenden Fahrzeugen vorbeifahren zu können. Dabei übersah er jedoch ein entgegenkommendes Auto, und es kam zu dem...

Blaulicht

Polizei sucht Zeugen
Auto in Himmelpforten beschädigt

Unbekannte haben in der Nacht in der Straße Forth in Himmelpforten einen orangefarbenen Renault Twingo beschädigt. Zwischen 23 Uhr und 7.20 Uhr schlugen die Täter die Heckscheibe ein und verursachten mehrere Lackschäden. Der Schaden beträgt rund 2.500 Euro. Hinweise an die Polizei unter Tel. 04144-606080.

Blaulicht
Die Ballenpresse ist komplett ausgebrannt | Foto: Rolf Hillyer-Funke/Feuerwehren SG Oldendorf-Himmelpforten
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Landwirte helfen der Feuerwehr
Getreidefeld bei Oldendorf steht in Flammen

Eine brennende Rundballenpresse hat am späten Montagnachmittag, 3. August, einen Flächenbrand bei Oldendorf ausgelöst. Feuerwehrkräfte und Landwirte verhinderten gemeinsam, dass die Flammen auf weitere Felder und Wiesen übergriffen. Feuer breitet sich auf Feld aus Bei Arbeiten auf einem Getreidefeld im Bereich Oldendorf-Siedlung geriet die landwirtschaftliche Maschine in Brand. Die Flammen griffen anschließend auf das umliegende Feld über. Um 17.17 Uhr wurden die Ortsfeuerwehren Oldendorf,...

bim. Tostedt. Der Tatvorwurf liest sich laut Aktenlage recht "nüchtern": sexuelle Nötigung und Vergewaltigung zwischen Dezember 2015 und September 2016. Doch die jetzige Verhandlung am Amtsgericht Tostedt offenbarte Abgründe im Tostedter Jugendzentrum (JUZ) - egal, was sich damals wirklich zugetragen hat.
Ein ehemaliger JUZ-Leiter (40) soll eine pädagogische Kraft (46) bei zwei Gelegenheiten gewaltsam an die Wand gedrückt, sie an Brust und Scheide angefasst und vor ihr onaniert haben und ein drittes Mal zusätzlich mit der Hand in ihre Scheide eingedrungen sein. Einmal sei eine andere Mitarbeiterin dabei gewesen, der er einen Zungenkuss aufgezwungen habe. Mit dieser Frau will der Angeklagte aber nach eigenen Angaben eine Kurz-Affäre gehabt haben. Er ließ seinen Anwalt eine mehrseitige Erklärung vorlesen, nach der er alle Vorwürfe entschieden bestritt. Vielmehr seien alltägliche "Frotzeleien" in sexualisierte Anspielungen ausgeartet. Das mutmaßliche Opfer habe ihn irgendwann in den Hintern und in die Brustwarzen gekniffen und einmal ihre eigenen Brüste angefasst und gesagt: "Mir schießt gleich die Milch ein." Auch habe es zwischen beiden ein Zuständigkeitsgerangel gegeben.
Das mutmaßliche Opfer, das in Begleitung von Karl-Heinz Langner vom Weissen Ring im Gerichtssaal Platz nahm, soll sich seit den Vorfällen in Therapie befinden. Unter Tränen berichtete die Frau, was in den Monaten im JUZ geschehen sei und wie hilflos sie sich gefühlt habe, weil sie fürchtete, dass ihr derartige Übergriffe niemand glauben würde. "Ich dachte, dass ich mich umbringe - aus Schamgefühl", sagte sie. 

Wenn sich die Vorwürfe der Sex-Straftaten im Tostedter Jugendzentrum bewahrheiten sollten, muss es für das mutmaßliche Opfer wie eine makabre Version des Wettlaufs zwischen Hase und Igel gewesen sein: Wo auch immer sie über die Übergriffe habe sprechen wollen, sei der Angeklagte, Sozialpädagoge und ehemaliger Jugendzentrumsleiter, schon gewesen, habe sie schlecht gemacht und behauptet, sie wolle nur die Leitung über das JUZ erlangen. Angezeigt habe sie bzw. ihr Mann letztlich drei Taten, für die es Zeugen gebe.
Gegensätzlicher hätten die Schilderungen nicht sein können. Während der Angeklagte sich als Opfer von Nachstellungen durch die 46-Jährige darstellte, schilderte das mutmaßliche Opfer in bewegenden Worten, was ihr der 40-Jährige angetan haben soll.
Prozessbedingt war der Angeklagte auch im Gericht derjenige, der bzw. dessen Anwalt als Erster gehört wurde. Zwischen ihm und dem mutmaßlichen Opfer hätten sich Streitigkeiten entwickelt bezüglich der Zuständigkeiten für Material, Verwaltung von Spendengeldern und des Hausrechts, wem welcher Raum gehöre. Irgendwann habe die 46-Jährige immer wieder Anspielungen gemacht, mit ihm Sex haben zu wollen, hieß es u.a. in der schriftlichen Erklärung des Sozialpädagogen.
Einmal habe die Frau im Keller, wo u.a. Material gelagert sei, eine Nagelschere aus dem Regal genommen und gemeint, sie wolle sich die Strumpfhose im Schritt freischneiden und sich auf seinen Schwanz setzen, woraufhin er aus dem Keller geflüchtet sei. Er könne mit ihr als reifer Frau nichts anfangen, habe er ihr mitgeteilt.
Ein anderes Mal sei sie ihm in die benachbarte Sporthalle gefolgt, habe sich ihm "erneut angeboten" und gedroht: Wenn er gehe, sage sie alles seiner Frau und ihrem Vorgesetzten in der Verwaltung. Sie habe ihm ein Tuch entgegengehalten, das sie zuvor im Schritt getragen habe, mit den Worten: "Hier, riech mal, so riecht meine Muschi." Er habe sie mehrfach nachdrücklich gebeten, mit den Annäherungen aufzuhören.
Einmal habe er ihr aber zu seinem Bedauern auf den Hintern gehauen, gab er zu. Im Büro habe sich die 46-Jährige im Beisein seiner Kollegin an ihm geschubbert und ihm in den Schritt gefasst. Ein anderes Mal habe sie ihn in der Fahrradwerkstatt abgepasst und ihm vorgeworfen, dass er mit seiner Kollegin, nicht aber mit ihr schlafe.
Während das mutmaßliche Opfer bei der Samtgemeinde Tostedt angestellt und zwischenzeitlich zusätzlich für bestimmte Kurse als Honorarkraft für den Trägerverein der Jugendarbeit tätig war, war der Angeklagte vom Trägerverein als JUZ-Leiter eingesetzt. Irgendwann habe sie nicht mehr an den Dienstbesprechungen des Trägervereins teilnehmen dürfen, und auch in der Verwaltung habe sie kein Gehör gefunden, berichtete das mutmaßliche Opfer.
Er habe zu ihr so kranke Sachen gesagt wie: "Ich trenne dich von deinem Rudel und dann werde ich dich erlegen", oder: "Ich werde dir die Mitarbeiter und deine Töchter wegnehmen." Sie war überzeugt: "Das glaubt einem keiner, dass jemand so systematisch vorgeht." Zumal es meist keine Zeugen gegeben habe.
Anfangs seien es Komplimente und Scherze unter Mitarbeitern gewesen. "Es war nicht zu erwarten, dass es übergriffig wird", berichtete sie. Dann seien die Kommentare des Angeklagten sexistisch im Hinblick auf Outfits und Brüste geworden, auch bezogen auf Mädchen, die fraulicher wurden, und auf ihre Tochter.
"Bei jeder Gelegenheit zeigte er mir, dass er über mir steht, und hat onaniert - in den Mülleimer, auf die Fußmatte und den Kellerboden", so die 46-Jährige. Übergriffe habe es gegeben, wenn der 40-Jährige unzufrieden oder wütend gewesen sei. "Man konnte sich nicht darauf einstellen. Es ging um Macht", so die 46-Jährige.
"Ich fühlte mich gedemütigt, hatte ständig Angst." Sie habe versucht, ihm aus dem Weg zu gehen bzw. nicht allein mit ihm zu sein. Einmal habe der 40-Jährige ihr im Keller einen "Klaps zwischen die Beine, tief am Damm", gegeben. Ein anderes Mal sei er dazugekommen, als sie mit der anderen JUZ-Leiterin Anmeldelisten holen wollte. Er habe beide an die Wand gedrängt, seine Hose geöffnet und der Kollegin "die Zunge reingedrückt und sein Genital rausgeholt".
Und einmal habe er die 46-Jährige an einen Mehrzweckschrank im Büro gepresst, sei gewaltsam mit der Hand unter ihren Rock gegangen und in ihre Scheide eingedrungen. "Das tat sehr weh, ich habe geheult", sagte die 46-Jährige, die zwischenzeitlich in einer Traumaklinik und berentet gewesen sei, weil sie nicht mehr habe arbeiten können.
Der Angeklagte folgte ihren Ausführungen überwiegend gelassen, teils skeptisch.
Bis zur Urteilsverkündung sind noch vier weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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