Raubüberfall auf Juwelier in Tostedt
Täter gesteht - Urteil erwartet
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Es war am Montag, 28. Oktober 2024, als um kurz nach halb vier am Nachmittag ein maskierter und bewaffneter Mann in das Tostedter Juweliergeschäft Kröger eindrang und die beiden anwesenden Mitarbeiter mit vorgehaltener Waffe zwang, "Geld und Gold" herauszugeben (das WOCHENBLATT berichtete).
Einige Monate später wurde der Mann aus Schleswig-Holstein nach intensiven Ermittlungsarbeiten gefasst. Am Freitag, 8. August, begann am Landgericht Stade die gerichtliche Aufarbeitung, angeklagt war der 32-jährige Deutsche wegen schwerer räuberischer Erpressung, unerlaubtem Führen einer Schusswaffe und vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis. Nach dem Überfall wurde er auf der B75 in Trelde geblitzt, ohne eine gültige Fahrerlaubnis zu besitzen, am 31. März wurde er nochmals beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt, diesmal in Plön, dabei wurden in seinem Kofferraum eine Schreckschusspistole, ein Schlagstock und Munition gefunden.
Täter hat alles gestanden
Überraschend hat der Täter, dessen Vorstrafenregister lang ist und bis zu seinem 14. Lebensjahr zurückreicht, den Überfall bereits am 2. Verhandlungstag vollumfänglich gestanden, um Katja Kröger und ihrer Mitarbeiterin die Aussagen zu ersparen. Seinen Schilderungen nach war der Überfall eine zufällige Kurzschlussreaktion: Er war in akuter Geldnot, Drogenhändler hätten ihm im Genick gesessen. Daher wollte er an diesem Tag sein Auto in Buchholz verkaufen, das gelang allerdings nicht. So überfiel er kurzentschlossen das Juweliergeschäft Kröger in Tostedt. Die Waffe hatte er dabei, beteuerte aber, dass diese ohne Munition gewesen sei.
"Ich habe keinerlei Verständnis für diese Tat," erklärt Katja Kröger, "aber grundsätzlich halte ich ihn für ein armes Würstchen."
Langes Vorstrafenregister
Aus einem vorherigen Eigentumsdelikt hat der durchaus smart aussehende Mann ("würde er im Anzug kommen, sähe er aus, als wolle er Versicherungen verkaufen", so Katja Kröger) noch eine offene Bewährung. Voraussichtlich erwartet ihn für diesen Überfall zusätzlich eine Gefängnisstrafe zwischen fünfeinhalb und sechseinhalb Jahren.
Katja Kröger und ihr Mitarbeiterteam sind froh, dass dieser Fall nun abgeschlossen werden konnte. So können jetzt alle wieder den Blick nach vorn richten. Aber auch, wenn den beiden Frauen körperlich nichts getan wurde, bleibt doch etwas nach: "Schnelle Schritte hinter mir machen mich nervös," erzählt die Geschäftsinhaberin, "auch bei Begegnungen mit Mundschutz tue ich mich sehr schwer, auch wenn ich weiß, dass die meisten Menschen ihn aus gesundheitlichen Gründen tragen."
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
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