26 Jahre bei Bäcker Weiss
Als Mann mit Handicap in der Backstube

Ulrich Winkelmann (63) ist seit 26 Jahren geschätzter Mitarbeiter und Kollege in der Bäckerei Weiss. Jetzt ging der sympatische Mann in Rente.
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bim. Tostedt. Ulrich Winkelmann (63) ist seit 26 Jahren zuverlässiger Mitarbeiter der Tostedter Traditions-Bäckerei Weiss. Jetzt wurde der Buchholzer in den Ruhestand verabschiedet. Der begeisterte Radler freute sich über zwei Gutscheine fürs Cycle Team, mit dem Familie Weiß und seine Kolleginnen und Kollegen ihm ihre Wertschätzung ausdrückten. Und Ulrich Winkelmann ist etwas ganz Besonderes: Mit seiner geistigen Behinderung gehört er zu den ersten Menschen mit Handicap, die nach einer Berufstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt in Rente gehen. "Ich war früher oft in der Lebenshilfe. Auf mich machten die Menschen dort nicht den Einruck, als hätten sie Behinderungen. Deshalb fragte ich, ob sie nicht auch außerhalb der Werkstätten arbeiten könnten", erinnert sich Bäckerei-Chef Jochen Weiß.
Integration in den
ersten Arbeitsmarkt

So kam Ulrich Winkelmann in die Backstube. "Er machte zunächst ein Praktikum. Dann haben wir ihn in den ersten Arbeitsmarkt integriert", sagt Jochen Weiß. Der Bäckerei-Chef wurde auch gleich von Ulrich Winkelmanns Eltern in die Pflicht genommen: "Wenn UIli bei Ihnen arbeitet und länger bleibt, haben Sie auch die Verantwortung, wenn wir nicht mehr da sind", offenbarte ihm der Vater.
"Wir hatten Glück mit ihm. Alle Mitarbeiter akzeptierten ihn, wie er ist. Ganz besonders Guido Hanke hat sich rührend um ihn gekümmert. Die beiden waren ein gutes Team", sagt Hendrik Weiß.
Ulli war über 20 Jahre als Hilfe an den Öfen in der Backstube im Einsatz und in den vergangenen eineinhalb Jahren, nachdem ihm manche Alterserscheinung zu schaffen machte, im Abwasch tätig und durfte auch mal etwas später zur Arbeit kommen.
Probleme beim
Durchsetzen der Rente

Ulrich Winkelmann in den Arbeitsmarkt zu integrieren, war für Familie Weiß eine Herzensangelegenheit. Probleme gab es, als es jetzt um die Rente des 63-Jährigen ging. "Da gibt es keine Zuständigkeit. Es gibt Geld und Antragsformulare, damit jemand in Arbeit kommt, aber nicht, wenn ein Mensch mit Behinderung aus dem Arbeitsleben ausscheidet. Dabei bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke", klagt Jochen Weiß. Hier habe sich Ullis Schwester engagiert und Großartiges geleistet.
"Wir haben den Rahmen geschaffen, in dem ein Mensch mit Behinderung arbeiten kann. Das muss eine Gesellschaft leisten. Es wäre schön, wenn andere Unternehmen das nachahmen", wünschen sich Jochen und Hendrik Weiß.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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