Nordweg in Königsmoor ist in erbärmlichem Zustand
Loch an Loch wird nicht mehr lange halten

Der Nordweg ist in katastrophalem Zustand: Ihrem Ärger machten die Bürger beim Ortstermin mit Bürgermeister und Gemeindedirektor Luft
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bim. Königsmoor. Der Nordweg in Königsmoor ist in einem erbärmlichen Zustand. Im vorderen Bereich reiht sich Loch an Loch, so dass man als Autofahrer entweder Slalom fahren oder um Achse und Ölwanne fürchten muss, im hinteren Teil ist die Fahrbahn zu beiden Seiten stark abgesackt. Der Busunternehmer kann dort den behindertengerechten Niederflurbus nicht mehr einsetzen, um die Schulkinder abzuholen. "Hier muss dringend etwas gemacht werden", sind sich die Anwohner einig, die auf Initiative der Königsmoorerin Anke Kressin-Pulla zum Ortstermin mit dem WOCHENBLATT gekommen sind.
Der Weg ist Zufahrt zum Friedhof und von rund 130 Anwohnern - aus dem Nordweg selbst und aus dem Wümmepark, der zu Wistedter Gebiet gehört. Auch wird der Weg von vielen Bürgern gerne als Radfahrstrecke genutzt. "Die schlimmsten Löcher werden von den Königsmoorern in Eigenleistung repariert", berichten die Anlieger. Der ortsansässige Spediteur Michael Vollmer verteile das Mineralgemisch dann mit dem Radlader. "Was meinen Sie, wie das klappert, wenn hier jemand mit dem Anhänger langfährt?", echauffiert sich Anwohner Bernhard Rojahn. "Wir fahren diesen Weg gar nicht mehr gerne", bestätigt Schülerin Mia.
Mooriger Boden in heißen
Sommern ausgetrocknet

Weshalb sich der Nordweg seit 2018 in einem so miesen Zustand befindet, ist den meisten klar: Der moorige Boden ist nach drei heißen Sommern ausgetrocknet, hat unter der Fahrbahn Wellen und auf der Fahrbahn Risse und Löcher gebildet.
Zum Ortstermin haben sich auch Bürgermeister Matthias Schuback und Gemeindedirektor Stefan Walnsch eingefunden. Ihnen ist bewusst: "Die Gemeinde Königsmoor muss tätig werden. Die Straße ist in sehr schlechtem Zustand. Eine Teilsanierung und flicken macht keinen Sinn", bestätigt Walnsch.
Bislang besserten Mitglieder des Wegeausschusses die Fahrbahn punktuell aus, um die Fahrtüchtigkeit herzustellen. "Der Nordweg und die Stichstraßen zum Nordweg sind seit 40 Jahren ein Problem, in den vergangenen vier Jahren hat sich der Zustand extrem verschlechtert", berichtet Schuback.
Der Gemeinderat habe sich auch bereits mit der Problematik befasst, ein Ingenieurbüro für ein Sanierungskonzept beauftragt und angesichts der zu erwartenden Sanierungskosten von einer Million Euro auf Fördermittel aus dem ZILE-Topf (Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) gehofft. Dann hätte die Gemeinde "nur" 200.000 Euro bezahlen müssen. Geld, das auch im Haushalt eingestellt sei, sagt Bürgermeister Schuback. Aber just im Jahr der Antragstellung sei das Wirtschaftswegeausbauprogramm von ZILE ausgelaufen, erläutert Gemeindedirektor Walnsch. Eine Million Euro kann Königsmoor allein nicht stemmen.
Gemeinde arbeitet
an einer Lösung

Dennoch arbeite man an einer Lösung. Gemäß dem vom Fachplaner 2019 vorgelegten Konzept könnten zumindest die schlimmsten Abschnitte saniert werden. In einem Fachausschuss des neuen Gemeinderates, der sich nach der Kommunalwahl konstituiert, solle das Thema beraten und ergänzende Vorschläge aufgenommen werden. Was die Finanzierung angeht, solle der neue Rat mit der Gemeinde Wistedt "in offenen Dialog treten", sagt Walnsch. Denn etwa die Hälfte der Nutzer des Nordwegs, so hat Anwohner Rojahn gezählt, seien Wistedter aus dem Wümmepark. Anfang 2022 könnten die ersten Maßnahmen ausgeschrieben werden. Unter anderem müsse der Graben ausgekoffert, die Fahrbahn verschoben und an beiden Seiten mit Schotter befestigt werden.

Dauerärgernis Schulstraße

Die Schulstraße in Königsmoor, eine Gemeindeverbindungsstraße und damit in Zuständigkeit der Samtgemeinde Tostedt, wurde im Jahr 2015 hergestellt. Bereits kurz danach gab es diverse Beschwerden über deren Zustand. Insbesondere bei wendenden Fahrzeugen wird die Deckschicht regelrecht abgefräst. Eine Holperpiste ist die Folge.
Bezüglich der vernünftigen Herstellung der Schulstraße befinde sich die Samtgemeinde in gerichtlichen Vergleichsverhandlungen mit der ausführenden Firma, berichtet Stefan Walnsch. Diese Verhandlungen gelte es abzuwarten, bevor die Straße in einen besseren Zustand versetzt werde. Stefan Walnsch ist Gemeindedirektor der Gemeinde Königsmoor und auf Samtgemeindeebene Erster Samtgemeinderat. Er resümiert: "Eine Tränkecke ist nicht geeignet, etwas zu tragen. Das Experiment Tränkdecke kann man getrost abhaken."

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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