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Schön, scheu und selten: Wildkatze ist "Tier des Jahres 2018"

Die Wildkatze ist im Gegensatz zu ihren domestizierten Verwandten selten | Foto: bim
  • Die Wildkatze ist im Gegensatz zu ihren domestizierten Verwandten selten
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(bim/nw). Die europäische Wildkatze wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung zum „Tier des Jahres 2018" ernannt. Wildkatzen sind keineswegs verwilderte Hauskatzen. Sie unterscheiden sich schon optisch: Sie haben eine gelblich-graue Unterwolle, einen stumpf endenden Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und eine fleischfarbene Nase. Wildkatzen (Felis silvestris) sind - im Gegensatz zu ihren domestizierten Verwandten - außerdem selten.
„Die streng geschützte Art ist auf Schutzmaßnahmen und den Erhalt naturnaher Wälder sowie hecken- und gehölzreiche Kulturlandschaften angewiesen“, sagt Malte Götz. Der Biologe und Wildkatzenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung betont, wie wichtig das Engagement ist: „Denn noch immer bleibt vieles über die ökologischen Ansprüche der Wildkatze im Verborgenen. Ihr Lebensraum ist der Wald, und sie sind überwiegend in der Dämmerung und der Nacht aktiv.“ Wie weit menschliche Aktivitäten in Wäldern - wie zunehmender Verkehr auf Waldwegen oder der Betrieb von Windenergieanlagen – das Verhalten und die Lebensbedingungen der Wildkatzen beeinflussen, ist bisher nicht erforscht.
„Die Deutsche Wildtier Stiftung untersucht mit Hilfe von Wildkatzenexperten in einem dreijährigen Forschungsprojekt in Rheinland-Pfalz, wie sich eine zunehmende menschliche Nutzung von Wäldern, in denen die Wildkatze lebt, mit dem Artenschutz verträgt. Ziel des Wildkatzenschutzes ist eine Wiederbesiedlung aller geeigneten Waldlebensräume.“
Jetzt im Spätherbst bereitet sich die Wildkatze auf den Winter vor. Sie ist ständig auf der Suche nach Nahrung. Nur wer sich mit Mäusen – vor allem Wühlmäuse stehen auf der Speisekarte - ausreichende Fettvorräte angefressen hat, kommt gut durch den Winter. Der Herbst ist leider auch die Jahreszeit, in der viele Wildkatzen ihr Leben durch Unfälle auf den Straßen verlieren. „Gerade junge, unerfahrene Tiere werden auf der Suche nach einem eigenen Streifgebiet häufig überfahren“, sagt der Biologe Malte Götz. „Gerade aber auch der hohe Verlust geschlechtsreifer Tiere, die für die Reproduktion so wichtig sind, hat einen negativen Einfluss auf die Populationen.“ Die Deutsche Wildtier Stiftung hofft, dass die Wahl zum „Tier des Jahres 2018“ der Wildkatze mehr Beachtung verschafft.

Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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