Naturzerstörung statt Respekt
Ärger über Besucher im Büsenbachtal

Für manche Besucher ist es ein Spaß, Steine und Gehölz zusammenzustapeln, um den Bach zu stauen
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  • Für manche Besucher ist es ein Spaß, Steine und Gehölz zusammenzustapeln, um den Bach zu stauen
  • Foto: Kröger
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bim. Handeloh. Viele Menschen suchen gerade während des Corona-Lockdowns den Weg in die Natur, um diese zu genießen und Erholung zu finden - sollte man meinen. Doch fassungslos macht derzeit, was sich zunehmend vor allem an den Wochenenden im Landschaftsschutzgebiet Büsenbachtal in Handeloh-Wörme abspielt. Statt die Natur zu genießen, die Besucherlenkung und die Naturschutzmaßnahmen zu respektieren, werden auf den Heideflächen Rodel- und Mountainbikepisten angelegt, Abgrenzungen ausgerissen und haufenweise Müll zurückgelassen. Die Handeloher Grünen haben jetzt einen Antrag zum Schutz des Gebietes gestellt.
"Seit Jahren erfreut sich die Lüneburger Heide immer größer werdender Beliebtheit. Sehr dazu beigetragen hat u. a. die Etablierung des Heidschnucken-Wanderweges. Einer der Höhepunkte dieser Route ist das äußerst idyllische Büsenbachtal - die wunderschöne Natur, der ruhig fließende Büsenbach, der Berg Pferdekopf als Aussichtspunkt, die gut begehbaren Wege, eine Einkehrmöglichkeit bzw. Außer-Haus-Verkauf, ein kleiner Parkplatz direkt am Tal sowie die Bahn-Haltestelle Büsenbachtal. In den letzten Wintermonaten wie auch schon im vergangenen Sommer ist dieser romantische Fleck zu einem Hotspot geworden", erläutert Fraktionsvorsitzender Uwe Blanck und zählt auf, wie sich die Situation aktuell darstellt:

  • Ein völlig überfüllter Parkplatz, Parken an den angrenzenden Straßen und Zuparken von Feuerwehr- und Anwohner-Einfahrten.
  • Verlegung von Steinen, die dem Uferschutz dienen sollen.
  • Illegales Zersägen eines neu angelegen Holzzaunes.
  • Hinterlassenschaften in Form von Müll und menschlichen Fäkalien (es fehlen öffentliche Toiletten).
  • Erhebliche Schäden an der Natur, z.B. durch Rodeln und das Verlassen der Wege durch die Wanderer und Mountainbiker. Damit verbunden sind die Störung der in Winterstarre befindlichen Fauna unter der Heidedecke und die Zerstörung der Vegetation als negative Begleiterscheinungen.

In Landschaftsschutzgebieten wie dem Büsenbachtal sei es zwar nicht explizit verboten, die Wege zu verlassen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz seien aber Heideflächen wie der Pferdekopf geschützte Biotope, die nicht erheblich beeinträchtigt oder zerstört werden dürfen, erläutert Uwe Blanck. "Dieses ist zurzeit nicht gewährleistet. Deswegen setzen wir Handeloher Grünen uns für den Schutz des Büsenbachtals ein und fordern ein Tourismuskonzept für eine naturverträgliche Erholung mit einem nachhaltigen Verkehrskonzept, die Ausweisung des Büsenbachtals als Naturschutzgebiet (u. a. Verbot des Verlassens von ausgewiesenen Wegen) sowie die Umsetzung eines Ranger-Konzeptes zur pädagogischen Vermittlung und Kontrolle."
Die Gemeinde Handeloh solle im engen Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Naturpark Lüneburger Heide, dem Handeloher Bürger- und Verkehrsverein, den Naturschutzverbänden, den ansässigen Gewerbetreibenden sowie den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern baldmöglichst ein Lösungspaket erarbeiten und umsetzen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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