Anwohner und "Ententeich-Verteidiger" fordern: "Das Idyll in Alt-Tostedt muss erhalten bleiben"

Sie wollen den Tostedter Ententeich (im Hintergrund) retten (hinten v. li.): Ute Oltzen, Peter Köver, Anja Schnitker, Jutta Engel, Tamás Wagner und Burkhard Gerlach sowie (vorne v. li.): Günther Knabe (Arbeitskreis Naturschutz), Heike Niebuhr, Tamara Boos-Wagner und Rocio Picard
  • Sie wollen den Tostedter Ententeich (im Hintergrund) retten (hinten v. li.): Ute Oltzen, Peter Köver, Anja Schnitker, Jutta Engel, Tamás Wagner und Burkhard Gerlach sowie (vorne v. li.): Günther Knabe (Arbeitskreis Naturschutz), Heike Niebuhr, Tamara Boos-Wagner und Rocio Picard
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bim. Tostedt. „Würde der Teich verkleinert, wäre das ein weiterer Schritt zur Zerstörung des Ortskerns von Alt-Tostedt“, sagt Ute Oltzen, die unmittelbar neben dem idyllischen Gewässer im Herzen Tostedts ein Ferienhaus besitzt. Sie und weitere Anwohner sowie Menschen, die den Ententeich in der Triftstraße in seiner jetzigen Größe behalten wollen, trafen sich jetzt mit dem WOCHENBLATT. Sie sind bereit, den Grundstücksbesitzer bei der Pflege des Teiches zu unterstützen - durch Mitarbeit und auch finanziell. Aus ihrer Sicht dürfe das Grundstück aber nicht, wie beantragt, mit zwei Mehrfamilienhäusern bebaut werden. Am liebsten wäre es ihnen, wenn die Gemeinde das Grundstück erwerben würde.
Heimatforscher Burkhard Gerlach hatte vor dem Termin mit dem WOCHENBLATT seine Archive durchgeschaut und zahllose Protokolle studiert. Demnach gehörte das Grundstück mit dem Ententreich 1842 der Gemeinde Tostedt. Um 1872 wurde es mehrere Jahre zum Sandabbau genutzt. „Auf einer Karte von 1899 ist der Teich schon eingezeichnet“, zeigt er.
„Der damalige Käufer hat das Grundstück also bewusst mit dem Teich erworben, und nicht als Bauland“, schlussfolgert Ute Oltzen. Und das Wohnhaus, dessen jetziger Besitzer die Fläche bebauen lassen möchte, wurde dort laut dem
Tostedter Gemeindearchiv erst 1904 errichtet.
Wie berichtet, möchte das Ingenieurbüro Gottschalk in der Triftstraße 14 zwei Wohnhäuser mit je acht Wohneinheiten bauen. Dafür soll der Ententeich, der derzeit 1.800 Quadratmeter einnimmt, auf ca. 800 Quadratmeter verkleinert werden. Dass der Teich in der Ortsmitte ein prägender Bestandteil von Tostedt ist, sieht auch Dipl.-Ing. Ingo Gottschalk. Er argumentiert bei seiner „notwendigen Veränderung“ des Teiches aber u.a. damit, dass der Teich ausschließlich mit Regenwasser versorgt werde und zu versiegen drohe, sodass die umliegenden Bäume vertrocknen würden. Doch das sehen die „Teich-Verteidiger“ anders: Der Teich müsse zwar mal vom Schlick befreit werden. Die Bäume seien aber überhaupt nicht vertrocknet. Und die Fotos vom trockenen Teich, die Gottschalk seinen Ausführungen für die Verwaltung beigefügt hat, stammten aus dem sehr trockenen Jahr 2014.
Der Teich biete bis zu 30 Enten, mitunter auch Schwänen, sowie diversen Singvogelarten und auch Fledermäusen eine Heimat. Zudem würden sich viele Fußgänger am Teich und seinen Bewohnern erfreuen, sind sich Anwohner und Naturschützer einig.
Auch die Tostedter Verwaltung empfindet das Bauvorhaben als zu massiv. Jedoch sei eine „behutsame Neuplanung des Kurvenbereichs“ in der Triftstraße mittelfristig erforderlich.
• Um das Bauvorhaben geht es im Rahmen der Beratungen zum Bebauungsplan Waldstraße/Bahnhofstraße im öffentlichen Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde am Donnerstag, 14. April, um 18 Uhr im Rathaus-Sitzungsraum.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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