„Bäcker und Frische - davon haben wir in Tostedt genug“

Die Einwohnerversammlung war mit über 300 Bürgern bestens besucht
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Vertreter der Bünting-Gruppe stellten die Pläne für die Ansiedlung eines Combi-Markts vor

bim. Tostedt. Mehr als 300 interessierte Bürger informierten sich jetzt in einer Einwohnerversammlung der Samtgemeinde über die mögliche Ansiedlung eines Combi-Marktes an der Ecke Trift- und Bahnhofstraße. Zuvor hatte die Bünting-Gruppe in Tostedt mit Werbe-Flyern für ihr Anliegen geworben - mit mäßigem Erfolg, wie man aus der Vielzahl kritischer Reaktionen der Bürger entnehmen konnte. Doch der Combi-Markt hat auch Befürworter.
Kai Müller von der Expansionsabteilung der Bünting-Gruppe und Architekt Matthias Knopf stellten die Ansiedlungspläne vor. Laut Baurecht muss sich der Markt von Art, Maß und Umfang in die Umgebung einfügen. Dafür müsste die Gemeinde einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen.
Wie berichtet, will die Bünting-Gruppe auf rund 2.000 Quadratmetern einen Verbrauchermarkt sowie auf je ca. 100 Quadratmetern einen Backshop und einen Blumenladen errichten und 60 Arbeitsplätze schaffen. Die Zu- und Abfahrt der Kunden soll über die Bahnhofstraße erfolgen. Das Gebäude wäre rund 30 mal 60 Meter groß. Die lange Flanke würde an der Triftstraße entstehen, optisch „aufgelockert“ durch die Notausgänge.
In Tostedt gibt es bereits sieben Discounter und Vollsortimenter. Die Kaufkraftbindung liegt laut IHK bei 83 Prozent, so Bauamtsleiter Axel Seute. Im täglichen Bedarf gebe es demnach noch Luft für eine 2.500 Quadratmeter große Verkaufsfläche - gerechnet ohne die geplante 730-Quadratmeter-Erweiterung des Kaufhauses Bade, für die der Rat bereits den Bebauungsplan geändert hat.
Auch die Bünting-Gruppe sei nach Analysen zu der Überzeugung gekommen, dass in Tostedt Bedarf für einen weiteren Verbrauchermarkt besteht, so Kai Müller. Dieser könnte aufgrund seiner Vielfalt eine Alternative zu den bestehenden Märkten bieten.
Das sahen die meisten Bürger anders. „Mir erschließen sich die Vorteile eines Combi-Marktes für Tostedt nicht. Bäcker und Frische - davon haben wir hier genug“, sagte ein Bürger und erntete viel Beifall. Außerdem sei die Bahnhofstraße ohnehin schon stark befahren. Bei einer weiteren Zufahrt würde es zu eng. Und die Ecke Trift- und Bahnhofstraße sowie der dortige Kreisverkehr seien Schlüsselstellen für viele Kinder auf dem Weg zur Grundschule und zur Kindertagesstätte.
Bedauert wurde auch, dass das beliebte DRK-Kaufhaus für den Combi-Markt „zurückgebaut“ würde.
Eine Bürgerin und CDU-Ratsherr Thomas Degen sprachen sich hingegen für eine Combi-Markt-Ansiedlung aus, der eine Bereicherung für die Bahnhofstraße darstelle.
Samtgemeinde-Bürgermeister Dirk Bostelmann forderte abschließend alle Bürger auf, Verwaltung und Politik ihre Meinung in E-Mails unter info@tostedt.de oder in persönlichen Gesprächen mitzuteilen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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