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Das Tostedter "Pastorenkarussell" dreht sich

Die Tostedter Pastorinnen (v. li.): Gudrun Junge, die Neue im Team, Miriam Heuermann, und Birgit Lang Fotos: bim / privat
 
Rolf Adler wird Tostedter Pastor
bim. Tostedt. In der evangelisch-lutherischen Johannes-Kirchengemeinde in Tostedt dreht sich das "Pastorenkarussell": Nach dem Weggang der langjährigen Pastoren Maren Kujawa und Gerald Meier nach 15 bzw. 19 Jahren gibt es zwei "neue Gesichter", die das bestehende Pastorinnen-Team Gudrun Junge und Birgit Lang (geb. Averbeck) verstärken. Ihre erste Pastorenstelle hat die 29-jährige Miriam Heuermann als Nachfolgerin von Maren Kujawa in Tostedt angetreten. Rolf Adler (61) tritt die Nachfolge von Gerald Meier an. Er wird im Gottesdienst am kommenden Sonntag, 8. Juli, um 10 Uhr seine Aufstellungspredigt halten.
Miriam Heuermann kommt aus Oldenburg und hat u.a. in Göttingen und Berlin studiert. Durch ein Praktikum in einer Gemeinde bei Bremerhaven wuchs in ihr der Wunsch, Pastorin zu werden. Zudem war sie für die Gefängnisseelsorge zuständig. Ihr Vikariat führte sie dann in den Kirchenkreis Hittfeld und in die Kirchengemeinde Meckelfeld-Over-Bullenhausen.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann und Söhnchen Benjamin wird sie Anfang August in das renovierte Pfarrhaus im Himmelsweg einziehen, in dem zuvor Maren Kujawa und Gerald Meier wohnten. In ihrer Freizeit steht für Miriam Heuermann die Familie an erster Stelle. Außerdem mag sie Kino, spannende TV-Serien, geht gern an der Elbe spazieren und tanzt mit ihrem Mann Standard- und Lateintänze.
• Eine spannende Vita bringt Rolf Adler mit. Er war zuletzt Umweltbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannover und Braunschweig und ist im Privatleben seit 43 Jahren Jäger und Hundeführer. Der gebürtige Bochumer ist geprüfter Wirtschaftsfachwirt und Pastor. 16 Jahre lang war er Gemeindepastor in Lüchow (Wendland), zudem pädagogischer Leiter und Geschäftsführer der Ev. Erwachsenenbildung Lüchow. „Wir sind als junge Familie nach Lüchow gekommen, das war eine aufregende Zeit, die durch die Auseinandersetzung mit dem Atommüll-Endlager Gorleben geprägt war“, so Adler. „Lüchow und Tostedt haben viele Parallelen für mich: ein Pfarrteam, die Gemeindestruktur und auch die Vielfalt der Gemeindegruppen ist ähnlich“, sagt Adler.
Von 2003 bis 2012 war er theologischer Referent im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), leitete das Büro in Osnabrück und hat berufsbegleitend die Ausbildungen zum praktischen Betriebswirt und geprüften Wirtschaftsfachwirt absolviert. Seine Schwerpunkte lagen im Dialog Kirche-Wirtschaft, der Wirtschaftsethik und der Seelsorge für Führungskräfte. „Es war interessant, die Unternehmenswirklichkeit einmal aus ihrer Perspektive zu sehen. Abteilungsleiter oder Meister mit Führungsverantwortung sind mit vielen Problemstellungen konfrontiert, etwa bei Suchtproblemen von Angestellten, Minderleistungen oder persönlichen Problemstrukturen von Mitarbeitern. Dadurch geraten sie selbst oft sehr unter Druck, weil ihre Unternehmensleitung erwartet, dass sie das managen“, berichtet Rolf Adler.
Von 2013 bis 2016 war er persönlicher Referent des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister für die Arbeit in der Endlagerkommission des Deutschen Bundestages.
In seiner Freizeit liebt der Vater zweier erwachsener Kinder das Mountainbike-Fahren. Was seine Jagdleidenschaft betrifft, hat Rolf Adler einen eigenen Webauftritt zur Gestaltung von Hubertusgottesdiensten (www.sankt-hubertus.de) und ist Autor jagdethischer Beiträge in Fachzeitschriften.
Zu seiner künftigen Tätigkeit sagt er: "Wenn ich Jesus richtig verstanden habe, ist die Gemeinde dort gut aufgestellt, wo sie dicht bei den Menschen denkt, fühlt und handelt. So verstehe ich auch meinen Beruf. Glauben braucht Freude und Mut. Ich möchte Mutmacher sein."
Nach seiner Aufstellungspredigt hat die Gemeinde zehn Tage Zeit, Einsprüche gegen Rolf Adler vorzubringen. Dass dadurch die Einstellung eines Pastoren verhindert wird, komme aber eigentlich nicht vor, sagt Gudrun Junge. "Denn beim Kirchenvorstand müssen mindestens zehn schriftliche und gut begründete Einsprüche eingehen", erklärt sie. Insofern wird Rolf Adler sicherlich am 1. August offiziell seinen Pastorendienst in Tostedt antreten.
Ende August will das neue Pastorenquartett dann seine Aufgabenbereiche abstecken. "Wenn wir alle beisammen sind. Je nachdem, wer welche Begabungen einbringt", so Gudrun Junge.
• Neben dem Wechsel bei den Pastoren gibt es auch Veränderungen in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde: Mit Diakonin Delia Kreuch (geb. Nahrwold) wird nun auch ihre Elternzeit-Vertretung Friederike Nadolny (geb. Wunsch) die Gemeinde verlassen. Sie arbeitet im Kirchenkreis Hittfeld weiter mit jungen Erwachsenen und wird nun zuudem in der Nachbarschaft Hollenstedt-Moisburg tätig.