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Polizei fasst "Bohreinbrecher" - Über 80 Taten verübt

Polizeikommissarin Jaqueline Reckeweg von der Tatortgruppe aus Buchholz mit einem der sichergestellten selbstgefertigten Handbohrer (Foto: Polizei)
thl. Buchholz. Viele Stunden intensiver Ermittlungsarbeit steckten in dem Fahndungserfolg, der in der Nacht zum 2. Mai von Beamten des Zentralen Kriminaldienstes der Harburger Polizeiinspektion in Zusammenarbeit mit Spezialkräften aus Lüneburg erzielt werden konnte.
Der Ermittler nahmen mit einem 67-jährigen Italiener und einem 39-jährigen Albaner, beide aus Hamburg-Harburg, zwei Hauptverdächtige für rund 80 Wohnungseinbrüche im Landkreis Harburg fest.
Angefangen hatte es mit der Serie von Einbrüchen Ende März. Besonders im Bereich Seevetal, Rosengarten und Hollenstedt traf es immer mitten in der Nacht Hausbesitzer in Autobahnnähe, während diese schliefen. Gerade das beeinträchtigte das Sicherheitsgefühl der Betroffenen besonders, da die Geschädigten am nächsten Tag bemerken, dass die Täter mit ihnen zusammen im eigenen Gebäude waren. Das kann im schlimmsten Fall zu langwierigen Angstzuständen führen, ist die Erfahrung der Polizei.
Die Täter pirschten sich an das Tatobjekt zumeist von hinten heran und bohrten mit einem Handbohrer unterhalb des Türgriffes einer rückwärtigen Terrassentür ein circa ein Zentimeter großes Loch. Danach legten sie mit einem mitgeführten Draht den Türgriff um und gelangten so in das Haus. Gestohlen wurde zumeist Bargeld. Typisch sind für diese Begehungsweise viele Versuchstaten, wenn zum Beispiel ein abgeschlossener Türgriff ein Eindringen in das Gebäude verhindert. In allen Fällen führte die Tatortgruppe der Harburger Inspektion eine akribische Spurensuche durch. Dazu kamen zahlreiche Kontrollen von verdächtigen Fahrzeugen und Personen.
Mit diesen Erkenntnissen stießen die Fahnder auf die Tatverdächtigen und setzten nun alle kriminalistischen Methoden ein, die machbar waren. Zudem arbeiteten die Ermittler des Buchholzer "Sachgebiets Wohnhaus", eine bereits seit Jahren bestehende Gruppe speziell zur Bekämpfung des Wohnungseinbruches, eng mit Spezialkräften der Lüneburger Zentralen Kriminalinspektion zusammen. Für die Ermittlungsbeschlüsse sorgte die zuständige Lüneburger
Staatsanwaltschaft gemeinsam mit dem Amtsgericht Lüneburg. In der Nacht zum Samstag begleiteten die Fahnder die Verdächtigen eng. Um 1.43 Uhr informierte ein Bürger aus dem Kämpenweg in Seevetal die Polizei über einen versuchten Bohreinbruch. Als der Geschädigte aufwachte und das Licht anmachte, flüchtete der Täter. Den Spezialkräften gelang es bei der Verfolgung den tatverdächtigen
39-jährigen Albaner auf der Winsener Straße in Harburg gemeinsam mit dem 67-jährigen Italiener zu stellen, der als Fahrer mitwirkte. Im Fahrzeug, einem Seat Arosa mit Hamburger Kennzeichen, fanden die Beamten die Tatwerkzeuge und weitere Beweismittel.Nach derzeitigem Erkenntnisstand gehen die Ermittler des Sachgebiets Wohnhaus davon aus, dass sie alle 80 Taten der letzten
Wochen den Tatverdächtigen zuordnen können. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen stellten unterstützende Hamburger Kräfte einen weiteren 37-jährigen Albaner, der mit Haftbefehl wegen illegalen Aufenthaltes gesucht wurde. Er wurde in eine Hamburger Justizvollzugsanstalt gebracht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg wurde gegen die beiden Tatverdächtigen für die Einbruchstaten vom AG Lüneburg ebenfalls Haftbefehl erlassen. Sie wurden in niedersächsische Justizvollzugsanstalten gebracht.