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Hilfsbereite Vopos in Ostberlin

Joachim Schleif

Joachim Schleif wurde zum Flughafen eskortiert

as. Buchholz. „Ich habe ein ganz besonderes Erinnerungsstück“, präsentiert Joachim Schleif, Kreistagsabgeordneter im Landkreis Harburg, eine Flasche „Durchbruch ‚89“, ein deutscher Sekt, der von der CDU anlässlich der Wiedervereinigung ausgeschenkt wurde.
Am 3. Oktober 1990 machte der Buchholzer mit der Jungen Union einen Ausflug an die deutsch-deutsche Grenze nach Zarrentin. Schleif erinnert sich an feierliche Reden und die ostdeutsche Landschaft am Schaalsee, die viele seiner Mitreisenden noch nie gesehen hatten - das Land östlich der Mauer war vielen unbekannt.
Für Joachim Schleif markiert der 3. Oktober 1990 einen Endpunkt für die Entwicklungen von der Grenzöffnung bis zum Mauerfall. „Das war ein ganz intensives Jahr, jeden Tag gab es neue Nachrichten, das ist Nachgeborenen kaum zu vermitteln“, erinnert er sich.
Besonders eingeprägt hat sich ihm ein Erlebnis nach der Grenzöffnung, am zweiten Weihnachtsfeiertag 1989. Er wollte Verwandte in Ostberlin zum Flughafen bringen, angesichts der feiernden Menschen auf den Straßen jedoch ein aussichtloses Unterfangen. Kurzerhand bat er eine Polizeistreife um Hilfe, die ihn mit Blaulicht bis zur deutsch-deutschen Grenze eskortierte. Schleif ging davon aus, sich in Osterberlin allein helfen zu müssen, doch zu seiner Überraschung stieg der westdeutsche Beamte an der Grenze aus, sprach mit seinen ostdeutschen Kollegen und „übergab“ ihnen die Eskorte - eine Zusammenarbeit dieser Art war vor der Grenzöffnung gänzlich unmöglich. Die Hilfsbereitschaft der Volkspolizisten stand in krassem Gegensatz zu seinen vorherigen Grenzerfahrungen.
Für Schleif ist die Wiedervereinigung immer noch präsent, und auch damals war er sich der Tragweite der Ereignisse bewusst: „Es war jedem, der politisch interessiert war, völlig klar, dass da Geschichte geschrieben wurde!“