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"Das Gebäude gehört uns weiter": Mit-Besitzer Wolfgang Cordes vor dem Lokschuppen in Buchholz

Lokschuppen in Buchholz wird doch nicht verkauft / Investor Lücking: "Das Projekt ist derzeit zu umfangreich"

os. Buchholz. Der Lokschuppen in Buchholz bleibt im Besitz der Familien Cordes und Röschard. Die Pläne des Investors Steffen Lücking, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude an der Breslauer Straße zu erwerben und dort u.a. ein Lokmuseum einzurichten, haben sich jetzt zerschlagen. Das 1,5-Hektar-Areal in Sichtweite des Buchholzer Bahnhofs ist wieder zu haben.
Wie berichtet, steht der ehemalige Lokschuppen mit dazugehörender Drehscheibe seit mehr als zehn Jahre leer. Dort betrieben die Familien Röschard und Cordes früher eine Feinmechanik-Werkstatt bzw. einen Holzhandel. Das Problem: Lokschuppen und Drehscheibe stehen unter Denkmalschutz, an beiden Bauwerken nagt extrem der Zahn der Zeit. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Überlegungen zur Nachnutzung des Areals gegeben. Die Ideen reichten von einem Fitness-Studio über Wohnbebauung und einem Tagungshotel bis zu Geschäften.
Vor 14 Tagen sollte eigentlich der endgültige Kaufvertrag zwischen den Verkäufern und Lücking abgeschlossen werden. Das zerschlug sich aber. „Das Projekt ist derzeit zu umfangreich für mich“, erklärte Lücking auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Er betreue derzeit viele Bauprojekte - vor allem im Wohnungsbau - und habe weder Kraft noch die Nerven, um sich zusätzlich um das aufwendige Vorhaben am Lokschuppen zu kümmern. Lücking erklärte, er habe sich von der Buchholzer Bauverwaltung mehr Unterstützung erwünscht. Die Vorgaben, u.a. beim Schall- und Lärmschutz und bei Verkehrsgutachten, seien zu umfangreich. „Wenn man dann noch den Denkmalschutz dazunimmt, ist auf dem Lokschuppen so ziemlich alles Negative abgeladen, was man im Baubereich haben kann“, so Lücking. Für ihn sei das Projekt Lokschuppen aber nicht für alle Zeiten ad acta gelegt. Stadtsprecher Heinrich Helms weist Lückings Vorwurf zurück: Man habe ihm Unterstützung bei seinem Projekt zugesagt und ihm Fördermöglichkeiten aufgezeigt.
„Wir waren optimistisch, dass das Lokschuppen-Areal jetzt vernünftig nachgenutzt werden kann“, erklärte Mit-Besitzer Wolfgang Cordes. „Aber offensichtlich wachsen die Bäume nicht in den Himmel“, sagte er nach dem geplatzten Verkauf. Er sei optimistisch, dass das Areal in Kürze einen neuen Käufer finden werde, so Cordes.
Die Vermarktung des 1,5-Hektar-Areals liegt in den Händen des Maklers Jan Mettenbrink von Maison Immobilien. Im Exposé für das Grundstück steht, dass es einen positiven Bauvorbescheid für das Grundstück für 45 Wohneinheiten gibt. Dieser sei zuletzt im Jahr 2015 verlängert worden und sei noch bis 2018 gültig, erklärt Helms. Zum Bauvorbescheid steht auch die Zusage, im Lokschuppen vier Gewerbeeinheiten auf drei Ebenen einzurichten.