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Gefangen im Behördenwirrwarr

Clau Haslbeck vor seinem geräumigen Haus in Buchholz

Claus Haslbeck (68) möchte 230-qm-Haus an Flüchtlinge vermieten - und kommt nicht weiter

os. Buchholz. Claus Haslbeck (68) lebt nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin allein in einem 230-qm-Haus in Buchholz. Ein paar Zimmer im Obergeschoss der Immobilie sind noch an polnische Monteure vermietet. Als Haslbeck im WOCHENBLATT von der Suche des Landkreises Harburg nach geeigneten Unterkünften für Flüchtlinge las, fasste er einen Plan: Er vermietet sein Elf-Zimmer-Haus an Flüchtlingsfamilien und trägt dadurch nicht nur die Belastungen des Hauses, sondern finanziert damit - neben seiner Rente - auch eine kleine Wohnung in Hamburg. Dorthin möchte der Rentner ziehen, um seiner Tochter und den Enkelkindern näher zu sein. Bislang ist Claus Haslbeck mit seinem Plan nicht weitergekommen, weil die zuständigen Behörden offenbar nicht Hand in Hand, sondern jeder nur in seinem engen Zuständigkeitsbereich arbeiten. "Ich schwimme seit einem Vierteljahr und weiß nicht, woran ich bin", sagt Claus Haslbeck.
Der Rentner meldete seinen Plan zunächst bei der Stadt Buchholz. "Wir sind nicht zuständig", hörte er von dort nur. Ende der Durchsage. Daraufhin rief Haslbeck beim Landkreis Harburg an. Dort wurden lediglich die Grunddaten aufgenommen. Mehr nicht, ein versprochener Rückruf blieb aus. Parallel versuchte es Haslbeck beim Jobcenter, da er eine interessierte Großfamilie aus Syrien an der Hand hatte, die gerne eingezogen wäre, aber in der Anfangszeit die (finanzielle) Hilfe der Behörde braucht. Zwei Männer der Familie - beide sind als Flüchtlinge anerkannt und dürfen für drei Jahre in Deutschland bleiben - leben derzeit in einer Containeranlage in Buchholz. Die Familien sind noch in Flüchtlingsunterkünften in der Türkei untergebracht. Beim Jobcenter kam Haslbeck nicht über den Empfangstresen hinaus. Der Sacharbeiter sei nicht zu sprechen, aus Datenschutzgründen dürfe man keine Auskunft über die Großfamilie geben, hörte er. Claus Haslbeck ist verzweifelt: "Ich möchte doch nur Klarheit, ob mein Haus für Flüchtlinge interessant ist oder nicht." Wenn nicht, sei das völlig in Ordnung. Dann wolle er versuchen, das Haus am freien Immobilienmarkt loszuwerden.
Reiner Kaminski, beim Landkreis zuständig für alle Flüchtlingsfragen, kennt den Fall Haslbeck. Dessen Haus sei beim Kreis als gutes Angebot für bereits anerkannte Flüchtlinge erfasst. "Da der Landkreis für sie keine Immobilien anmieten kann, müssen sich die anerkannten Flüchtlinge selbst um einen Mietvertrag kümmern", sagt Kaminski. Der Kreis werde den Kontakt zu Claus Haslbeck aufnehmen, um nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, versprach Kaminski. Er ruft Immobilienbesitzer auf, für Flüchtlinge geeignete Unterkünfte weiter beim Kreis unter Tel. 04171-693432 zu melden. So hat es Claus Haslbeck auch gemacht...