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Keine Ausnahme für Asylbewerber Mohammad Samim Saber

Mohammad Samim Saber in seinem Containerzimmer in Buchholz
os. Buchholz. Mit einer Kehrtwende macht die Bundesregierung den Platz frei für afghanische Mitarbeiter der Bundeswehr, mit ihren Familien nach dem endgültigen Abzug der Soldaten 2014 nach Deutschland zu kommen. 182 Mitarbeiter, vor allem Dolmetscher und Wachleute, haben demnach das Recht, in Deutschland dauerhaft zu leben und hier sofort arbeiten zu dürfen, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Die Afghanen dürfen demnach auch ihre Frauen und Kinder mitbringen.
Ursprünglich sollten afghanische Helfer nur aufgenommen werden, wenn sie in ihrer Heimat unmittelbar bedroht sind. Lediglich 13 Afghanen wurde zunächst die Aufnahme in Deutschland zugesichert. Mit den Aufnahmezusagen zeige die Bundesregierung, dass sie ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den Helfern umfassend Rechnung trage, so der Ministeriumssprecher. Zuletzt hatte die Bundeswehr in Afghanistan etwa 1.200 einheimische Mitarbeiter.
Was bedeutet die Regelung für die Dolmetscher, die auf eigene Faust geflohen sind? Wird auch ihnen besonders geholfen? Zu ihnen gehört Ex-Dolmetscher Mohammad Samim Saber (20), der eine abenteuerliche Flucht auf sich nahm, nachdem ihm vermutlich Talibankämpfer aufgelauert und mit Messerstichen verletzt hatten (das WOCHENBLATT berichtete). Saber lebt seit einigen Wochen in einem Containerdorf für Asylbewerber in Buchholz.
Die Regelung gelte ausschließlich für Helfer, die noch in Afghanistan sind, erklärt ein Sprecher des Innenministeriums. Wer bereits in Deutschland sei, könne vor Ort - z.B. durch einen Asylantrag - um Schutz nachsuchen. Gesonderte Asylverfahren gebe es nicht: Dieses sei für alle gleich und werde über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg geregelt. Der Nachzug der Familien zu einem Asylbewerber sei asylrechtlich nicht möglich. Mohammad Samim Saber wird sich also allein in Deutschland durchschlagen müssen, fernab seiner Familie, die noch in Kabul wohnt. Eine Rückkehr dorthin scheidet für Saber aus: "Die Taliban würden mich umbringen!"