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"Sportpark" am Holzweg?

Das Luftbild zeigt das Sportzentrum am Holzweg, das zu einem „Sportpark“ weiterentwickelt werden soll
 
Sportwissenschaftler Prof. Dr. Robin Kähler
os. Buchholz. Wie soll sich das Sportzentrum am Holzweg in Zukunft entwickeln? Diese Frage versuchte die Stadt Buchholz in den vergangenen Monaten in Kooperation mit den beteiligten Sportvereinen, der AG Buchholzer Sportvereine, dem Buchholzer Schwimmbad und Stadtjugendpfleger Olaf Blohm unter Leitung von Prof. Dr. Robin Kähler zu klären. Das Ergebnis präsentierte Kähler jüngst im Sportausschuss. Ob das Konzept so von der Politik mitgetragen wird, entscheidet der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am morgigen Donnerstag, 25. August. Im Sportausschuss gab es von der Lokalpolitik weitgehend positive Signale.
„Bei unseren Überlegungen handelt es sich nicht um ein reines Sportkonzept, sondern um ein langfristiges Stadtentwicklungskonzept“, betonte Kähler. Ziel müsse es sein, neben den Interessen der Sportvereine wie Blau-Weiss Buchholz (BW) und dem Buchholzer FC (BFC) auch die Bedürfnisse der Bürger zu befriedigen, die nicht in Klubs organisiert sind, aber sich trotzdem sportlich betätigen wollen, erklärte Kähler. Dafür entwickelten die Planer sogenannte „Planungsräume“, die das gesamte Areal zwischen Bendestorfer Straße und Holzweg ordnen sollen. In den Zeichnungen enthalten sind u.a. ein Beachsoccer-Feld, ein Klein-Kunstrasenplatz für Fußball-Junioren, ein Sauna-Haus, eine Skaterbahn, eine BMX-Strecke, ein Rutschenturm und Seilbahnen. Kähler bringt zudem eine Erweiterung des Schwimmbades ins Spiel. „Das Buchholzer Schwimmbad ist nicht mehr modern. Sie sollten es dringend entwickeln.“ Als besonders wichtige Bauvorhaben sieht der Entwurf für einen „Sportpark“ den Bau der Sporthalle von Blau-Weiss Buchholz und einen Kunstrasenplatz für die Fußballer des BFC und des TSV Buchholz 08 vor. Nach den Plänen von Landschaftsarchitektin Kirsten Winkler soll die Halle, für die BW-Vorsitzender Arno Reglitzky bereits vor einem knappen Jahr geworben hat (das
WOCHENBLATT berichtete), direkt an den Kletterturm angebaut werden. Für den Kunstrasenplatz wurde ein Areal zwischen den bestehenden Fußballplätzen und der Bendestorfer Straße ausfindig gemacht, auf den der Neubau gerade so passen würde.

AUF EIN WORT

Das Geld für Wolkenkuckucksheime ist im Haushalt eben nicht da

Dass sich die Grünen und die SPD im Sportausschuss ausbedungen, erst mit ihren Fraktionen über das Konzept für einen „Sportpark“ zu beraten und nicht, wie von Erstem Stadtrat Dirk Hirsch gefordert, bereits darüber abstimmten, kann ich gut nachvollziehen. Die vorgestellten Pläne beinhalten reichlich Fragen.
Prof. Dr. Kähler und seine Mitarbeiter präsentieren einen bunten Strauß von Möglichkeiten, was man am Holzweg alles machen kann. Die wirklich wichtigen Sätze versteckte der Planer, der für die Arbeit fürstlich mit rund 35.000 Euro Steuergeldern entlohnt wurde, in Nebensätzen. „Wenn Sie irgendwann einmal Geld haben, sollten Sie das Schwimmbad erweitern“, sagte er, und: „Wir Planer dürfen offen darüber reden, was wir uns dort wünschen.“ Jeder weiß, dass Buchholz das Geld für Extra-Wünsche eben nicht hat. Und ob Buchholz die kähler‘schen Ideen wie BMX-Bahn oder Seilbahnen wirklich benötigt, bezweifle ich sehr.
Schon jetzt tun sich die Mitglieder des Stadtrats schwer, die vielen aufgezeigten Möglichkeiten aus dem Integrierten Stadtentwicklungsprogramm, dem Klimaschutzprogramm und dem Mobilitätskonzept umzusetzen. Dass das beim Konzept „Sportpark“ anders wird, glaube ich nicht. Wie gesagt: Jeden Euro kann man nur einmal ausgeben.
Das Konzept gibt auch keine Antwort auf die Frage, was geschehen soll, wenn Sportvereine jetzt Bedarfe haben. Blau-Weiss Buchholz braucht jetzt eine Sporthalle, der BFC braucht jetzt einen Fußballplatz. Beide Klubs haben durch die Erstellung des Kähler-Konzepts bereits viel Zeit verloren. Gemessen daran, sind die jetzt vorgestellten Pläne eine Enttäuschung.
Der BFC muss bis Ende August einen Zuschussantrag für den Bau des Kunstrasenplatzes abgeben, wenn er im kommenden Jahr bauen möchte. Das dürfte reichlich eng werden. Und: Laut eines Fachmanns ist es baulich überhaupt nicht umsetzbar, die BW-Halle an den Kletterturm anzubauen. Oliver Sander