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Aus Mexiko zum Familien-Treffen

Bertha Dammann Silva mit einem Foto ihrer Mutter und ihres Großvaters Henry, der 1914 als 15-Jähriger zunächst nach Südamerika auswanderte und später nach Mexiko ging
jd. Hedendorf. Träger des Nachnamens Dammann kamen in Hedendorf zusammen. Der Familienname Dammann ist echt norddeutsch. Er stammt aus einer Gegend, in der die Menschen ausschließlich Platt sprachen. Ihre Häuser standen an Dämmen, auf denen die Wege durch die feuchten Moor- und Marschgebiete führten. Von der Niederelbe-Region breitete sich die Sippschaft über das ganze Land aus. Geschätzte 10.000 "Dammänner" leben heute in Deutschland. Einige hat es sogar in ferne Länder verschlagen - etwa nach Mexiko. Von dort reiste jetzt Bertha Dammann Silva zum Dammann-Familientag an, der am Sonntag im Hedendorfer Hotel "Zur Eiche" stattfand. Die Kaffee-Expertin, deren Großvater kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges nach Amerika auswanderte, hatte mit 9.500 Kilometern den weitesten Weg zu dem Treffen, das alle fünf Jahre ausgerichtet wird.

Viele der rund 100 Träger des Nachnamens Dammann, die in der "Eiche" zum Familientag zusammenkamen, beschäftigen sich an ihren Wohnorten mit Heimatkunde und Ahnenforschung. Der Dammann-Tag ist daher auch so etwas wie eine Fachtagung: Es wurden lebhafte Gespräche zu Familien-Linien und deren Ursprüngen geführt. Die Hobby-Experten tauschten sich aus über die Auswertung historischer Quellen, das Anlegen von Stammbäumen und die Nutzung von Archivmaterial. Aber es wurde nicht nur gefachsimpelt: Es gab schon Gesprächsstoff genug, wenn etwa ein bayerischer Dammann neben einem Namensvetter aus Schleswig-Holstein saß.

Im Mittelpunkt des Interesses stand natürlich Bertha Dammann Silva: Die Mexikanerin hatte über Facebook vom bevorstehenden Dammann-Tag erfahren und entschloss sich spontan, die Teilnahme an dem Treffen mit einem Urlaubs-Trip quer durch Europa zu verbinden. Im Gepäck hatte sie Fotos ihres Großvaters Henry Dammann. Der gebürtige Hamburger bestieg 1914 als 15-Jähriger den Liniendampfer "Bahia Castillo" nach Buenos Aires (Argentinien), um sein Glück in Südamerika zu versuchen.

Später ging es weiter nach Mexiko, wo sich Henry Dammann im Bundesstaat Chiapas ansiedelte und eine indianische Ureinwohnerin vom Stamm der Mayas heiratete. Wie Vater und Großvater ist Bertha Dammann Silva in der Kaffee-Branche tätig. An die deutsche Herkunft ihrer Familie erinnern nur noch die Vor- und Nachnamen. Sie selbst spricht kein Deutsch mehr. Bernhard Dammann, Mitglied des Dammann-Rates und Mit-Organisator des Treffens, hatte für den Gast aus Mexiko einige Informationen zusammengetragen, darunter die Passagierliste der Hamburg-Süd-Linie, auf der sich der Name Henry Dammann findet.