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Blidenfest in Beckdorf: Wenn Isern Hinnerk wieder lebendig wird

Für sie vst das Eintauchen ins Mittelalter mehr als nur ein Hobby (v.l.): Kai und Nadja Kutschera und Ritter Kay Stiegler
tk. Beckdorf. "Das 'Faszinierende daran ist es, Geschichte selbst zu erleben", sagt Nadja Kutschera. Sie gehört zu den Menschen, ohne die das Blidenfest in Beckdorf eine Veranstaltung ohen das gewisse Etwas wäre. Gemeinsam mit ihrem Mann Kai Kutschera und Ritter Kay Stiegler ist sie Teil der authentischen Mittelalterkulisse auf dem Beekhoff.
Für die überzeugten Mittelalterfans- und darsteller ist ihre Passion mehr als ein Hobby. "Wir bauen die Möbel selbst, teilweise fertigen wir auch unsere Kleidung", sagt Ritter Kay, der als Beckdorfer Ritter Isern Hinnerk auf dem Blidenfest unterwegs war. Neben der Liebe zum Detail ist es für die drei Mittelalterfreunde ein Stück bewusst erlebte Vergangenheit als Gegenstück zum Alltag. Ritter Kay, im Hauptberuf Maurer, muss dabei allerdings schwer schleppen: Sein Kettenhemd wiegt 15 Kilo.
Spannendes konnten die Besucher überall erleben. Nicht nur Schaukämpfe, das Heerlager, die bunten Marktstände oder der Einsatz der mittelalterlichen Blide, eine Steinschleuder. Spannend waren auch die kleinen Einblicke in den mittelalterlichen Alltag. Etwa bei Carola Adler, eine gebürtige Beckdorferin, die historische Kleidung näht. Sie orientiert sich für ihre Gewänder an historischen Bildern oder Grabfunden. Überraschend dabei: Es gibt Grundschnitte, die heute noch getragen werden, erklärt sie.
Wer intensiv ins Mittelalter eintauchen will, das sagt auch Ritter Kay Stiegler, der sollte Wissen erwerben. Zum Beispiel viel lesen und Museen besuchen. Wer viel weiß, seine authentische Ausrüstung fertig gestellt hat, der erlebt Zeit plötzlich anders: "Für uns ist das hier ein Ruhepool", sagt Nadja Kutschera.

Wer ist Isern Hinnerk?

Isern Hinnerk, eigentlich Heinrich von Borch (geb. um 1290), ist der berühmteste Beckdorfer der Geschichte, um den sich viele Sagen ranken. Die Familie von Borch stellte die Burgmänner in Horneburg. Sie waren die Gerichtherren auf der Delm und in Apensen. Isern Hinnerk, der auch als Raubritter zweifelhaften Ruhm einheimste, nutze eine Machtvakuum im Erzbistum Bremen, um seine Stellung auszubauen. Bedrängt von Truppen zog er sich auf seine Burg Dannsee bei Beckdorf zurück.. Die wurde komplett zerstört und Isern Hinnerk wanderte für mehrere Jahre in den Kerker.