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Die Barrierefreiheit im Blick: Christian Au vertritt als Behindertenbeauftrager die Interessen von Buxtehudern mit Handicap

Christian Au setzt sich für die Interessen von Buxtehudern mit einer Behinderung ein
Seit Dezember ist der Rechtsanwalt Christian Au Behindertenauftragter der Hansestadt Buxtehude. Als Rollstuhlfahrer ist sein Blick ohnehin geübt, auf Barrierefreiheit zu achten. "Allerdings vertrete ich nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern alle Bürger mit Handicap", so Au. "Und bei verschiedenen Handicaps können die Interessen stark voneinander abweichen." Während z.B. Rollstuhlfahrer Wert auf Wege ohne Stufen und Bordsteinkanten legen, helfen genau solche Unebenheiten Menschen mit starker Seheinschränkung dabei, sich zu orientieren. Bürger mit eingeschränktem Hörvermögen wiederum freuen sich über Induktionsschleifen, durch die sie mit Hilfe ihrer Hörgeräte z.B. Audiosignale empfangen, also hören können. "Jeder hat eine andere Definition von barrierefrei", so Christian Au.
Als Rollstuhlfahrer stand er - bildlich gesprochen - bereits vor einer Mauer, als er für sein Amt als Behindertenbeauftragter der Stadt einen Telefonanschluss haben wollte. Au wollte einen bestimmten Vertrag für "Homezone" abschließen. In die Geschäfte, in die er hätte rollen müssen, um den Vertrag zu unterschreiben, kam er wegen der Stufen vor der Eingangstür mit dem Rollstuhl gar nicht herein. "Ich habe in Buxtehude schließlich einen Drittanbieter gefunden, in dessen Geschäft ich fahren konnte", sagt Au. Ein Lichtblick seien auch Ladentüren, die sich elektronisch öffnen und schließen, sowie behindertengerechte Toiletten.
Neben Türen und Stufen kann auch Kopsteinpflaster einen Rollstuhlfahrer ausbremsen. Christian Au ist schon mehrfach aus seinem "Rolli" gefallen, weil sich die Vorderräder auf Kopfsteinpflaster quer gestellt haben. "Eine tolle Sache ist dann ein gepflasterter Weg, der durch das Kopfsteinpflaster führt", so Au. Eine solche Überquerung wurde in Buxtehude an der Abtstraße. Lobenswert seien auch die Projekttage der Hochschule 21, an denen Architekturstudenten die Hansestadt im Rollstuhl erkunden. "Diese Architekten planen dann ein Neubaugebiet mit anderen Augen", so der Behindertenauftragte. "Denn nachträglich Barrierefreiheit zu schaffen ist immer aufwendiger und teurer, als wenn man gleich entsprechend baut."
Der Behinderenbeauftragte ist unter Tel. 04161-5966383 und behindertenbeauftragter-buxtehude@web.de zu erreichen.
Übrigens: Als Kursleiter im Buxtehuder Sportverein bietet Christian Au einen Sportkursus für Rollstuhlfahrer an. Training ist samstags, 11.15 Uhr bis 12.45 Uhr, in der alten Sporthalle der Halepaghenschule, Konopkastraße. "Wir machen Aufwärmübungen, viel Ballsport und auch Fahrtraining - je nachdem, worauf wir Lust haben."

Weitere spannende Infos und Geschichten aus Buxtehude im aktuellen Magazin unter
http://services.kreiszeitung-wochenblatt.de/magazine/Buxtehude/27012016/