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Tradition steht zum Verkauf: Zahlreiche Lokale in der Heide stehen zum Verkauf

Steht zum Verkauf: "Smes Hof" in Undeloh
 
Steht zum Verkauf: Das Restaurant "Zum braunen Hirsch" in Nindorf

Steht die touristische Gastronomie in der Lüneburger Heide vor einem großen Umbruch? Mit dem „Hermann-Löns-Café“, der „Waldschenke“ und „Smes Hof“ stehen beziehungsweise standen gleich drei Traditionshäuser in Undeloh zum Verkauf. Und auch in Nindorf müssen sich die Bürger auf Veränderungen gefasst machen: Das beliebte Dorf-Gasthaus „Zum braunen Hirsch“ soll verkauft werden - für 1,1 Millionen Euro. „Es fehlen die Nachfolger“, sagt Maklerin Ulrike Soltau.
In Marxen hat jetzt zudem der einzige Laden im Ort dicht gemacht.

(mum). Drei auf einen Streich - so könnte das Motto für die Gastronomie in Undeloh lauten. Mit dem „Hermann-Löns-Café“, der „Waldschenke“ und „Smes Hof“ stehen drei Gasthäuser vor Veränderungen. Auch in Nindorf zittern die Bürger um ihren beliebten „Braunen Hirsch“. In Marxen müssen sich die Menschen auf eine neue Situation einstellen: Der Edeka-Markt hat dicht gemacht.
Die Immobilien im Überblick:
• „Smes Hof“ in Undeloh: Im Heidedorf Undeloh ist selbst Bürgermeister Albert Homann betroffen. Sein „Smes Hof“ an der Wilseder Straße steht für 650.000 Euro zum Verkauf. „Es gibt Investoren mit interessanten Ideen“, sagt die beauftragte Maklerin Ulrike Soltau (Remedura-Immobilien). Eine Gruppe von elf Personen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren wolle das Gebäude kaufen, um daraus ihren Senioren-Wohnsitz zu machen. Das Restaurant soll demnach verpachtet werden. Ein anderes Konzept sieht vor, dass aus dem Objekt ein Kinder-Ferienhotel wird. „Generell ist die Abwicklung so einer Immobilie schwierig“, so Ulrike Soltau. Oft gehe ein Kauf mit einer Nutzungsänderung einher. Das koste viel Zeit.
• Die „Waldschenke“ in Undeloh: Auch dieses Restaurant, angeblich das älteste Lokal im Ort, steht vor einem Inhaberwechsel. Makler Hermann Müller (Heidemakler) wurde damit beauftragt, einen Interessenten zu finden. Die bisherigen Eigentümer wollen so lange durchhalten, bis ein Nachfolger gefunden ist.
• Das „Hermann-Löns-Café“ in Undeloh: Es sollte eine Asylbewerber-Unterkunft werden und stand wegen des Widerstandes aus der Dorfbevölkerung wochenlang deutschlandweit in den Schlagzeilen. Jetzt ist das ehemalige Café an der Straße Neunstücken verkauft worden. Es heißt, ein Programmierer wolle daraus ein Mehrgenerationenhaus machen. Die Arbeiten dazu haben bereits begonnen.
• „Zum braunen Hirsch“ in Nindorf: Bereits seit 1601 ist das Gasthaus an der Rotdornstraße in Nindorf im Besitz der Familie Matthies. Jetzt steht das Backsteingebäude zum Verkauf. Es soll für 1,1 Millionen Euro den Besitzer wechseln. Das Lokal ist die Seele des Ortes - nicht zuletzt wegen der freundlichen Inhaberin Christiane Matthies. „Es gibt keine Nachfolger“, sagt Maklerin Ulrike Soltau. Auf dem 2,2 Hektar großen Areal befinden sich noch Pferdeställe, ein Wohnhaus, eine Scheune und ein 464 Quadratmeter großer Badeteich. Das heutige Gastronomiegebäude wurde 1950 erbaut. Der Anbau mit Saal und Kegelbahnen kam 1980 hinzu. In den 14 Gästezimmern gibt es 39 Betten.
• Edeka-Meyer in Marxen: „Aus gesundheitlichen Gründen bleibt unser Geschäft geschlossen“, hat Betreiberin Silke Rätzke auf einen Zettel geschrieben, der an die Scheibe des Marktes am Kamp geklebt ist. Zum Schluss gab es dort auf 300 Quadratmetern alles für den täglichen Bedarf. Auch ein Getränkemarkt und die Post waren integriert. Hoffnung, auf eine Wiedereröffnung des bereits seit 78 Jahren bestehenden Ladens gibt es wohl nicht. Immerhin: Edeka Conrad aus Hanstedt bietet die kostenlose Lieferung bei Einkäufen ab 20 Euro an.