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Ärger um kurzes Kennzeichen: Warum kein "Kuchenblech"?

Bajo Tomfohrde zeigt ein zweizeiliges Kennzeichen an seiner BMW R 26. Das soll mit einem Adapter auch an "Ami-Schlitten" passen
(jd). Große Resonanz auf WOCHENBLATT-Bericht über "kurze Kennzeichen". Wer hätte gedacht, dass ein kaltes Blech so die Gemüter erhitzt: Das Thema "kurze Autokennzeichen" bewegt offenbar viele Leser. Im Artikel "Kummer wegen kurzer Nummer" berichtete das WOCHENBLATT über den Unmut zweier Autofahrer, die nach dem Willen des Kreises Stade ihr geliebtes zweistelliges Nummernschild herausrücken sollen. Solche Schilder seien Mangelware und dürften nur solchen Autos vorbehalten sein, bei denen bauartbedingt kein normales Kennzeichen passt, so die Zulassungsstelle. Dieses Argument rief einen Proteststurm hervor: Auf Facebook, wo sich der Artikel in Windeseile verbreitete, kursieren jede Menge zornige Kommentare. Kritisiert wird vor allem die starre Haltung der Behörden.

Viele betrachten die in etlichen Landkreisen übliche Praxis, kurze Kennzeichen bei der Ummeldung eines Pkw einzuziehen, als Ungerechtigkeit. So fordert ein Facebook-User "gleiches Recht für alle". Er sieht es nicht ein, dass vor allem Halter von "Ami-Autos" durch die Vergabe von kurzen Kennzeichen bevorzugt behandelt werden. Andere hinterfragen den Sinn dieser Maßnahme: Mehrfach wird im Internet darauf verwiesen, dass es Kennzeichen-Adapter für Importfahrzeuge gibt. Wer sich einen Ami-Schlitten leisten könne, werde doch wohl 7 Euro für solch einen Adapter übrig haben, meint ein aufgebrachter Ex-Kurzkennzeichen-Besitzer.

"Mit solch einem Adapter lässt sich auch an US-Fahrzeugen problemlos ein größeres, zweizeiliges Nummernschild anbringen", sagt Bajo Tomfohrde, einer der beiden betroffenen Fahrzeughalter aus dem WOCHENBLATT-Artikel. Dieses in Szenekreisen als "Kuchenblech" bezeichnete Schild in den Maßen 20 mal 18 Zentimeter ist auch als Moped- oder Trecker-Kennzeichen bekannt. "Damit können Ami-Schlitten sogar vierstellige Nummern haben", meint Tomfohrde. Er fordert den Landkreis Stade auf, sich mit solchen Möglichkeiten zu befassen, bevor die Zulassungsstelle jemandem das liebgewonnene Kennzeichen wegnimmt.

Wie Tomfohrde wundern sich bei Facebook viele User, warum trotz der rigorosen Haltung vieler Landkreise immer noch viele "normale" Neufahrzeuge mit zweistelligen Kennzeichen herumfahren. Da es sich meist um Wagen der gehobenen Fahrzeugklasse handelt, hegt so mancher einen bösen Verdacht: Könnte vielleicht Bestechung im Spiel sein? Beweisen lässt sich das in solchen Fällen erfahrungsgemäß meist nicht.