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Buggys bauen statt büffeln: Ahlersteder Schüler konstruierten Mini-Flitzer

Stolze Konstrukteure (v.li.): Brandon, Michi, Fabian und Mika präsentieren ihre Fahrzeuge Fotos: jd
 
Ist fast fertig: Marek lötet die Drähte zusammen
jd. Ahlerstedt. So macht Schule Spaß: Statt physikalische Formeln zu büffeln oder Gleichungen zu berechnen, betätigten sich rund 180 Ahlerstedter Oberschüler als Nachwuchs-Techniker. Die Schüler der siebten bis neunten Klassen konstruierten Kurbelleuchten und solarbetriebene Mini-Buggys. Möglich wurde dieses besondere Unterrichts-Erlebnis dank der EWE: Der Strom- und Gasversorger machte mit seinem Energiemobil Station an der Schule am Auetal in Ahlerstedt.

Zwei Wochen lang, bis zum gestrigen Freitag, stand der große Auflieger auf dem Schulhof. Gewerkelt wurde aber nicht in dem Truck, sondern in zwei Klassenräumen, die das Energiemobil-Team zur Werkstatt umfunktioniert hat. Auf den Tischen wurden vier "Fertigungsstraßen" aufgebaut, sodass die Schüler die Lampen und die kleinen Flitzer vom Rohmaterial bis zum fertigen Fabrikat komplett selbst zusammengebaut haben.

"Die rund 20 Einzelteile müssen an den einzelnen Produktionsstationen maschinell bearbeitet werden", berichtet Neuntklässler Tim: "Wir müssen Gewinde schneiden, Löcher fräsen und scharfe Kanten abrunden." Auf diese Weise würden die Schüler den sachgerechten Umgang mit Produktionsverfahren erlernen, wie sie im Handwerk und auch in der Industrie Anwendungen finden, so Physik-Lehrerin Sabine Iffland: "Das sind keine Lego-Bausätze, bei denen einfach nur etwas zusammengesteckt wird."

Aus Sicht der Schule sei das Energiemobil eine große Bereicherung für den Unterricht, so Iffland: "Das Thema regenerative Energien passt hervorragend in unseren Lehrplan." Sowohl mit der handbetriebenen Kurbelleuchte als auch mit dem Solar-Buggy könne die Funktionsweise umweltfreundlicher Stromerzeugung demonstriert werden - und das auf höchst anschaulicher Weise.

"Diese Form des Praxis-Unterrichts kann unsere Schule mit eigenen Mitteln kaum leisten", sagt Technik-Lehrer Dennis Schönbeck. Die Anschaffung der Maschinen, die für die einzelnen Fertigungsschritte erforderlich seien, würde das Schulbudget sprengen. "Daher sind wir froh, dass uns das Energiemobil einmal im Jahr ansteuert." Schöneck ist offenbar ganz in seinem Element: Er hat einen "aufgemotzten" Buggy gebaut: Das MIni-Mobil ist mit einem zweiten Motor versehen und verfügt zusätzlich über einen Batterieantrieb.

Mittels einer speziellen Halterung kann sogar ein Handy befestigt werden. "Damit lassen sich tolle Aufnahmen aus ungewohnter Perspektive machen", schwärmt der Lehrer. "Ich darf doch ein wenig weiterbasteln?", fragt er die Schulleiterin, als diese kurz vorbeischaut.

Die Begeisterung des Lehrers ist auch auf die Schüler übergersprungen: Sie sind mit Feuereifer bei Sache und werkeln fleißig an den verschiedenen Stationen. Bereits bei einem der letzten Arbeitsschritte ist Marek angekommen: Er verlötet die stromführenden Drähte mit dem Antriebsmotor. Auch seine Klassenkamerden Michi und Fabian sind so gut wie fertig mit ihren Buggys. Für den interessierten Redakteur führen sie noch einmal vor, wie sie die Bauteile zuvor zurechtgesägt und gefräst haben. Alle drei sind sich einig: "So müsste Schule immer sein."