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Die königslose Zeit ist vorbei

Der neue Harsefelder Hofstaat (Foto: Klaus-Dieter Ruge)
jd. Harsefeld. Nach zwei Jahren ohne Regent hat das Harsefelder Schützenvolk mit Emil Jahnke wieder eine Majestät. Interregnum: So hieß im Mittelalter die königslose Zeit zwischen den Stauferherrschen und dem ersten Habsburger auf dem deutschen Thron. Ein Interregnum gab es auch in Harsefeld. Dort musste das Schützenvolk zwar nicht - wie einst die Menschen im Deutschen Reich - mehr als 20 Jahre ohne König auskommen, aber auch zwei Jahre können lang genug sein. Schließlich wurde schon in Schützenkreisen darüber gespottet, dass es der seit immerhin 111 Jahren bestehende Traditionsverein zweimal in Folge nicht geschafft hat, eine Majestät zu küren. Doch im "Schnapsjahr" hat sich nun alles zum Guten gewendet: Am Sonntag wurde Emil Jahnke (78) zum neuen Schützenkönig proklamiert.

Auch wenn der frischgebackene Regent bereits ein Alter erreicht hat, in dem sonst nur Päpste ihr Amt neu übernehmen, kommt König Emil mit fast jugendlichem Elan daher. "Ich wollte ganz bewusst König werden, um dem Schützenwesen in Harsefeld wieder zu neuem Glanz zu verhelfen", erklärt der passionierte Schießsportler. Ihm sei es eine Herzensangelegenheit, die langjährige Schützentradition im Geestflecken hochzuhalten. Bereits in den vergangenen beiden Jahren zielte der gelernte Bäcker und Konditor, der später in der Autobranche arbeitete, auf die Königsscheibe. Aber er schoss sozusagen "außer Konkurrenz", da er dem Harsefelder Schützenverein noch nicht die erforderlichen drei Jahre angehörte.

Nun ist die Sperrfrist vorbei und Emil Jahnke sicherte sich prompt das Szepter. Diesmal gab es sogar einen weiteren Anwärter auf den Thron, doch der ambitionierte Rentner traf besser als sein Mitbewerber. "Ich bin eben gut im Training", meint Jahnke. Seit vielen Jahren ist er als Sportschütze aktiv - sowohl in der Sommer- als auch in der Winterrunde. Allerdings tritt er erst seit 2011 für den Harsefelder Schützenverein an. Zuvor mischte er tüchtig bei den Moisburger Schützen mit, obwohl er mit seiner Frau Margot seit 28 Jahren in Harsefeld wohnt.

Zu den Moisburger Schützen kam Jahnke durch verwandtschaftliche Bande: "Ich hatte meinen Schwager zugesagt, in den dortigen Schützenverein einzutreten, wenn er König wird", berichtet die neue Harsefelder Majestät. Alsbald musste das Versprechen eingelöst werden, und nach fünf Jahren erlangte Jahnke sogar selbst die Königswürde im Moisburger Schützenverein, für den er auch bei Wettkämpfen an den Start ging. Doch irgendwann wurde es ihm zu mühsam, zum Training immer zum Schießstand in Moisburg zu fahren. So entschloss er sich, er zum Harsefelder Schützenverein zu wechseln.

• Die weiteren Würdenträger: Birka Alpers (Beste Dame), Oliver Thesen (Vize-König), Thomas Brinkmann (Vogelkönig), Matthias Grotzke und Heinrich Beier (Beste Männer), Oliver Böhn (Jungschützenkönig), Vanessa Jonas (Beste Jungschützin), Markus Leibel und Franka Augustin (Kinder-Königspaar), Thore Bauschmann und Hannah Neumann (Prinzenpaar)