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Pendler ärgern sich über die EVB

(jd). Fahrgäste beklagen sich über Verspätungen und schlechten Info-Service. Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Tagen mussten EVB-Pendler, die in Richtung Buxtehude unterwegs waren, auf Busse umsteigen. Am Montag endete die Fahrt kurz vor dem Bahnsteig in Buxtehude, weil eine Weiche geklemmt haben soll. Für die Pendler ging die Reise im vollbesetzten Zug unfreiwillig zurück nach Apensen, da vorher niemand aussteigen durfte. Und am Mittwochmorgen fielen gleich mehrere Züge auf der Strecke Bremerhaven-Buxtehude aus.

Viele Pendler sind langsam genervt: Sie beklagen sich, dass auf die EVB morgens oftmals kein Verlass sei. Zwar gebe es selten reihenweise Zugausfälle wie am Mittwoch, doch Verspätungen kämen häufiger vor, berichten mehrere Bahnreisende, die fast täglich auf der Strecke unterwegs sind. "Besonders im Winter stehe ich mir an manchen Tagen die Beine in den Bauch", erzählt eine junge Frau. Ein anderer Fahrgast pflichtet ihr bei: "Wir Pendler fahren nicht nur in der zweiten Klasse, man behandelt uns auch wie Kunden zweiter Klasse."

Viele sind noch verärgert über das, was sich am Montagmorgen in Apensen abspielte: Dort strandeten Hunderte von Bahnfahrern. Doch die EVB setzte nur einen Ersatzbus ein, der die Leute im Pendelverkehr zu den Anschlusszügen nach Buxtehude brachte. "Ich kam zweieinhalb Stunden zu spät ins Büro", beklagt sich eine Pendlerin, die sich nicht in das Getümmel um einen Platz im Bus stürzen wollte.

Ein wenig besser klappte es offenbar am Mittwoch: Der erste Bus war nach einer halben Stunde in Harsefeld, wo die meisten Pendler vergeblich auf den Zug warteten. Doch viele von ihnen hatten da schon Pkw-Fahrgemeinschaften in Richtung S-Bahn-Station Neukloster gebildet, um einigermaßen pünktlich im Büro anzukommen. Wer auf dem Bahnsteig in Harsefeld verharrte, erhielt keinerlei Auskunft.

"Vor Ort gab seitens der EVB null Informationen, was eigentlich Sache ist", schimpften mehrere Fahrgäste: "Am Harsefelder Bahnhof gibt es weder Infotafeln noch Lautsprecherdurchsagen."

Auch der neue Service der EVB, die Zugbewegungen via Internet oder per Handy in Echtzeit zu verfolgen, um damit über mögliche Verspätungen informiert zu sein, nützt herzlich wenig. Wer auf die betroffenen Zugnummern klickte, erhielt nur die lapidare Meldung: "Keine Prognose möglich". Sinnvoll wäre der Hinweis "Zug fällt aus" gewesen.

Das WOCHENBLATT bemühte sich bis Mittwochabend vergeblich, von der EVB Gründe für die Zugausfälle zu erfahren. Per E-Mail kam dann die Mitteilung, dass "eine Fahrzeugstörung für Verzögerungen im Betriebsablauf" gesorgt habe. Für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Pendler war die EVB-Pressesprecherin bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.