Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Zweitakter auf Zockel-Tour; Harsefelder Mofa-Freunde unternehmen Ausflug zum Lühe-Anleger

Die "Mofa-Rocker" von Harsefeld: Oliver Dreist (re.) und David Dammann sind die Chefs der "Täär-Brenner's". Mit Kutte, coolem Blick und ihren Herkules-"Maschinen" zelebrieren der "Präsident" und sein Vize den Zwei-PS-Kult.
jd. Harsefeld. Für sie ist es Kult, über die Landstraße zu knattern - und das in gemächlichem Tempo: Eine Handvoll junger Leute aus Harsefeld hat die Langsamkeit für sich entdeckt. Statt mit flotten Feuerstühlen über die Piste zu heizen, zockeln die Mittzwanziger auf ihren alten Mofas durch die Landschaft. Nicht der Rausch der Raserei zählt für die großen "Jungs" vom Mofa-"Klubb" mit dem vielsagenden Namen "De Täär Brenner's", sondern allein die Devise: "Wer langsamer fährt, wird länger gesehen." Kaum zu übersehen war die Truppe am vergangenen Samstag: Mit zahlreichen Gleichgesinnten ging es auf große Mofa-Tour ins Alte Land.

Eissporthalle Harsefeld, am Samstagvormittag, Punkt 11 Uhr: Mit lautem Getucker setzt sich ein Pulk aus ein paar Dutzend Mofas und Kleinkrafträdern in Bewegung. In der Luft liegt der "Duft" von Motoröl und Zweitaktmischungen. Die "Täär-Brenner's" hatten zum Ausflug an den Lühe-Anleger geladen. Ihrem Ruf folgten zahlreiche Zweitakt-Begeisterte: Die Mofa-Männer kamen aus dem halben Landkreis angeknattert, verschiedene befreundete Clubs entsandten Delegationen - wie die Mofa-Freunde aus Beckdorf, die Simson-Fahrer aus Reith oder der "MC Heiße Kette" aus Revenahe.

Auch einige ältere Semester schwangen sich auf den Mofasattel, um in Erinnerungen an längst vergangene Jugendzeiten zu schwelgen: "Ich bin mit einer Motobecane Baujahr 1972 unterwegs", sagt Mike Hellwig (51). Genau dieses Modell sei auch sein erstes Mofa gewesen, das er als 15-Jähriger von einem Nachbarn geschenkt bekommen habe. Hellwig muss einiges einstecken können: Die Motebecane verfügt über keinerlei Federung. "Das wird eine harte Tour: für Hintern und Bandscheiben."

Kaum komfortabler ist Velosolex S3800 daneben. Das französische Spritspar-Wunder mit dem extravaganten Reibrollen-Antrieb verfügt aber über eine besondere technische Rafinesse: Ist der Tank leer, kann der Motor ausgehakt und das Mofa per Muskelkraft angetrieben werden. Doch soweit will es Besitzer Fred Baden nicht kommen lassen: "Der Tank ist zwar klein, dafür aber randvoll gefüllt." Für die knapp 30 Kilometer zur Lühemündung und zurück dürfte das wohl locker gereicht haben.