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Spezielles "Dribbel-Training": Maulwürfe machen Harsefelder Fußballplatz unbespielbar

Schülerin Jella übt Maulwurfshügel-Dribbeln. Diese sehr spezielle Trainings-Methode ist aus der Not geboren. Richtig Fußball spielen lässt sich auf dem Sportplatz am Harsefelder Schulzentrum schon länger nicht mehr
jd. Harsefeld. Den kleinen Fußballplatz zwischen dem Harsefelder Gymnasium und der Oberschule könnte man derzeit als Biotop bezeichnen: Auf dem Platz - oder besser gesagt darunter - tummelt sich eine Spezies, die unter Artenschutz steht: Die Maulwürfe haben das aus zwei Kleinspielfeldern bestehende Areal zu ihrem Lieblings-Domizil erkoren. An Fußball spielen ist derzeit nicht zu denken. Allenfalls taktisches Dribbeln könnte geübt werden - um die vielen Maulwurfshaufen herum. Die Gemeinde will den Platz nun wieder in Schuss bringen.

Eigentlich stand dieser Platz gar nicht zur Debatte, als sich der Jugend- und Kulturausschuss unlängst mit dem Thema Fußballplätze befasste. Der TuS Harsefeld hatte die Verwaltung darauf hingewiesen, dass es sich immer schwieriger gestalte, optimale Trainingsbedingungen für die derzeit 39 Fußball-Teams von den kleinen Knirpsen bis zur 1. Herrenmannschaft zu schaffen. Die derzeitige Situation sei unzureichend und daher frustrierend für Spieler und Trainer, hieß es seitens des TuS. Der Sportclub reichte eine Liste mit Vorschlägen ein, wie die Platz-Kapazitäten ausgebaut werden können.

Ganz oben auf der Prioritätenliste fand sich der Rasenplatz an der Feldbusch-Grundschule. Der TuS beklagt sich, dass dort zu viel "gebolzt" werde: Kinder, Jugendliche und auch Flüchtlinge würden sich nachmittags zum Kicken treffen. Darunter leide die Grasnarbe sehr stark. Der Vorschlag des TuS, den Platz einzuzäunen, fand im Ausschuss allerdings keine Zustimmung. Für den Zaun wären Kosten von rund 110.000 Euro entstanden.

Weitaus günstiger käme es, den alten Bolzplatz hinter dem Feuerwehrgerätehaus auf Vordermann zu bringen: Laut Gutachten eines Landschaftsarchitekten würde das rund 50.000 Euro kosten. Fraglich bleibt aber, ob der etwas abseits gelegene Platz tatsächlich von den Freizeit-Kickern angenommen würde. So kam am Ende der eingangs erwähnte Kleinspielfelder-Platz bei den Schulen auf das Tapet: Würden die pelzigen Untermieter das Weite suchen, wäre dieser Platz ideal für die Kinderteams.

Der Verwaltungsausschuss gab jetzt grünes Licht, rund 80.000 Euro zu investieren, um den Platz wieder bespielbar zu machen. Ein Maulwurfsgitter soll verhindern, dass sich der Rasen erneut in einen Acker verwandelt.