Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

War das Wasser gefährdert? Fracking-Gegner beunruhigt über Vorfall aus dem Jahr 2009

Ohne Öl geht es nicht, dennoch werden die Stimmen, die vor den Risiken bei dessen Förderung warnen, immer lauter (Foto: Fotolia/goce ristesk)
mi. Landkreis. „War unser Wasser gefährdet, wurde es verunreinigt?“ Das will die Bürgerinitiative „Kein Fracking in der Heide“ mit einer Anfrage an die Untere Wasserbehörde des Landkreises Harburg herausfinden. Der Grund ist ein Zwischenfall, der sich bei Ölförderarbeiten im Jahr 2009 in den Ölbohrfeldern in Meckelfeld und Sottorf zugetragen haben soll und von dem die BI erst jetzt Kenntnis durch einen Bericht des Landesbergbauamtes erlangte.
Bei Arbeiten der heutigen Firma „Engie“, bis 2015 Gaz de France Suez (GDS Suez), kam es 2009 offenbar zu einem Zwischenfall. Damals waren die drei Bohrungen auf niedersächsischem Gebiet (Meckelfeld West 1 und 5 sowie Sottorf Ost 3) teilverfüllt worden. Als Grund hatte der Konzern im Unternehmensbericht 2009 „Wassereinbrüche“ angegeben. Deswegen seien die betroffenen Bohrungen gestoppt und dann als sogenannte Ablenkbohrungen weitergeführt worden.
Bei der BI „Kein Fracking in der Heide“ sorgt der „Zwischenfall“ für Sorge. Hintergrund: Das Grundwasser im Landkreis Harburg fließt in sogenannten eiszeitlichen Rinnen, die sich in einer Tiefe zwischen 100 und 400 Metern befinden. Man kann sich das ganze wie eine Art unterirdisches Flussgebiet vorstellen, das sich von der Heide in Richtung Elbe erstreckt. Bei Fracking-Maßnahmen, aber auch konventionellen Bohrungen, werden diese Rinnen von den Bohrern durchstoßen. Bei der BI befürchtet man, dass zum Beispiel durch undichte Stellen Schadstoffe in das Wasser gelangen könnten. Dass es bei den genannten Bohrungen zu Wassereinbrüchen gekommen sein soll, sei demnach alarmierend. „Wo es Wasserzuflüsse gibt, sind Verunreinigungen des Rohrumfeldes nicht weit,“ so Ingo Engelmann, vom Sprecherrat der BI
Ein Dialog mit den Betreibern samt Betriebsbesuch habe allerdings auch keine neuen Erkenntnisse gebracht. Deswegen versuche die BI jetzt über eine Anfrage bei der Unteren Wasserbehörde Licht ins Dunkel zu bringen. „Die Behörde hätte eigentlich damals beteiligt werden müssen“, so Engelmann.
Konkret wollen die Fracking-Gegner erfahren, ob die Behörde von dem Fall Kenntnis hat, ob Gefahr für den Wasserhaushalt bestand oder besteht und wie mögliche Kontaminationen untersucht worden sind. Außerdem fragt die BI nach, ob es spezielle Überlegungen zum Schutz der eiszeitlichen Rinnen gebe. „Wir sind allerdings nicht sehr zuversichtlich, vom Kreis mehr zu erfahren“, heißt es in einem Schreiben der BI.
Dass diese Sorgen der Bürgerinitiative nicht komplett unbegründet sind, zeigt sich am Vorgehen der sehr stark von Gasbohrungen betroffenen Nachbar-Kommune Rotenburg. Hier gibt es bereits eine gemeinsame Initiative zwischen Wasserversorgern und Stadtrat, die eiszeitlichen Rinnen und damit das Grundwasser besser zu schützen.