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Krippenstandort: Regesbostel ist perfekt. Nur fehlen die Kinder!

Ausreichend Platz für eine Erweiterung ist in Regesbostel vorhanden. Die Gemeinde will das Grundstück stellen (Foto: Samtgemeinde Hollenstedt)
 
Ingo Schwarz (SPD)
mi. Hollenstedt. Die Debatte um den Standort der nächsten Krippengruppe in der Gemeinde Hollenstedt geht in die heiße Phase: Am kommenden Montag, 15. Mai, soll im Fachausschuss (19.30 Uhr, Gasthaus Heins in Holvede) eine Standortempfehlung erfolgen.
26 Seiten stark ist die Verwaltungsvorlage zur Standortfrage für die nächste Krippengruppe. Detailliert sind dort die einzelnen Vor- und Nachteile aller infrage kommender Standorte aufgelistet.
Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers macht dabei allerdings keinen Hehl daraus, dass aus Verwaltungssicht der Standort in Regesbos-
tel der einzig richtige ist. Die Argumente der Verwaltung decken sich im Wesentlichen mit denen von Regesbostels Bürgermeister Kay Wichmann, der für die Wählergemeinschaft auch im Samtgemeinderat sitzt. Wichmann: „In Regesbostel gibt es bereits eine Integrationsgruppe, daher steht auch das fachliche Personal für eine Integrationskrippe zur Verfügung. Außerdem ist der Elementarbereich groß genug, so dass die Kinder auch nach der Krippe am Standort bleiben können.“ Die provisorisch eingerichtete Krippe sei bisher sehr gut angenommen worden. Für Regesbostel spreche außerdem, dass dort ohnehin Umbaumaßnahmen geplant sind, die entsprechend erweitert werden könnten. Rückendeckung erhält Wichmann auch von den Elternvertretern der Kita-Regesbostel, die in einem Brief von der Politik fordern, sich für Regesbostel als Krippenstandort zu entscheiden.
Es scheint also vieles für Regesbostel zu sprechen. Allerdings ein Problem bleibt: Rein auf den Bedarf abgestellt, schneidet der Standort Regesbostel/Halvesbos-
tel mit nur 46 Kindern im Alter zwischen null und drei Jahren deutlich schlechter ab, als alle anderen in der Samtgemeinde. In Drestedt, Wenzendorf und Appel sind es zum Beispiel 57 Kinder, in Hollenstedt sogar 77 Kinder.
Das sagt auch Christiane Melbeck von den Grünen. Allerdings greife aus Sicht der Grünen eine Diskussion, die sich nur um die konkrete Standortfrage drehe, ohnehin zu kurz. Melbeck: „Wir fordern, darüber hinaus zu gehen und ein tragfähiges, nachhaltiges Kinderbetreuungskonzept für die Samtgemeinde zu entwickeln.“ Wichtig sei aber, dass die Kinder am selben Ort in die Elementargruppe wechseln könnten. Dafür biete sich neben Regesbostel zum Beispiel auch der Neubau einer Kita in Drestedt an. Melbeck: „Es kommt eben darauf an, wie nachhaltig man planen will.“
Bei der AfD präferiere man vorbehaltlich der Debatte im Ausschuss aus Gründen der flächendeckenden Versorgung derzeit eher Drestedt, erklärte Sprecher Jens Krause. Allerdings müsse man dabei berücksichtigen, dass die Umsetzung deutlich mehr Zeit benötigen werde als Regesbostel.
Geht es um die Mehrheitsverhältnisse, dann haben CDU/SPD allerdings in der Debatte das letzte Wort. Dazu Ingo Schwarz (SPD): „Wir haben uns noch nicht auf einen Standort festgelegt.“ Er persönlich finde die Sicht der Verwaltung nachvollziehbar, sehe aber auch das Problem des fehlenden Bedarfs vor Ort.
„Alternativ wäre auch Hollenstedt eine Lösung. Dafür müsste man am Standort Glockenbergschule eine Krippe schaffen und gleichzeitig bei der bestehenden Krippe ‚Estezwerge‘, - entgegen der derzeitigen Beschlusslage - zwei Elementargruppen einrichten. Das wäre allerdings eine Lösung, die deutlich länger dauern würde und auch deutlich teurer wäre als Regesbostel“, sagt Ingo Schwarz.