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So eine teure Sch....Preis für Fäkalschlammabfuhr verdoppelt sich

Besitzer von Hausklärgruben müssen in Hollenstedt künftig tiefer in die Tasche greifen (Foto: mi)
mi. Hollenstedt. Eine bittere Pille für die Besitzer von Klärgruben: Der Samtgemeinderat Hollenstedt beschloss jetzt quasi eine Verdoppelung der Abfuhrgebühren für Fäkalschlamm. Die Ratsmitglieder folgten damit einstimmig einer Vorlage aus der Verwaltung.
Wer in der Samtgemeinde Hollenstedt noch nicht an das Abwasserkanalnetz angeschlossen ist, muss künftig für die Abfuhr des Fäkalschlamms aus der hauseigenen Klärgrube deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Gebühren für eine normale Klärgrubenentleerung (Regel- oder Bedarfsentleerung) verdoppeln sich fast, auf dann 42,19 Euro pro Kubikmeter. Im vergangenen Berechnungszeitraum lagen die Kosten noch bei 28,88 Euro pro Kubikmeter. Auch die Abfuhr aus "Abflusslosen Sammelgruben" verteuert sich, von derzeit 25,08 Euro pro Kubikmeter auf dann 38,50 Euro pro Kubikmeter. Hintergrund dieser Kostenexplosion sind laut Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers vor allem die gestiegenen Kosten, die das Entsorgungsunternehmen berechnet. Dienstleistungen werden im Turnus von zwei Jahren neu ausgeschrieben. Der neue Preis, den der Entsorger pro Kubikmeter berechnet, liegt jetzt bei 35,10 Euro. Teurer geworden ist aber auch die Entsorgung beim zuständigen Klärwerk in Seevetal (Glüsingen). Hier stiegen die Kosten laut Gebührenkalkulation um 9 Cent pro Kubikmeter auf jetzt 4,36 Euro. Ebenfalls gestiegen sind allerdings auch die Verwaltungskosten, also die Kosten für Mitarbeiter, die in der Samtgemeindeverwaltung durch die Fäkalschlammabfuhr in irgendeiner Weise Arbeit haben.
Hintergrund: Die Verwaltungen sind ermächtigt, Kosten, die durch "Dienstleistungen" entstehen, den "Kostenverursachern" in Rechnung zu stellen. Diese Kosten fließen deshalb in die Gebührenkalkulationen ein. Das bedeutet: Die Arbeitszeit, die Verwaltungsmitarbeiter, zum Beispiel in der Kämmerei oder im Steueramt, mit Vorgängen verbringen, die mit der Fäkalschlammabfuhr in Verbindung stehen, werden nicht über allgemeine Steuermittel finanziert, sondern über die Gebühren. Der Klärgrubenbesitzer finanziert mit den Entsorgungsgebühren deshalb nicht nur die Kosten für das Abfuhrunternehmen und die Aufbereitung in der Kläranlage, sondern anteilig auch die Arbeitszeit, die in der Verwaltung dadurch entsteht. Bei der Klärschlammentsorgung erhöht sich diese anteilige Finanzierung jetzt um 44 Cent pro Kubikmeter auf dann 3,94 Euro.
Bürgermeister Heiner Albers verteidigt die Erhöhung: "Betrachtet man nur den Kubikmeterpreis, wirkt die Erhöhung in der Tat heftig, allerdings, wer eine Klärgrube hat, lässt ja nicht hunderte Kubikmeter im Jahr abfahren, deswegen dürften die tatsächlichen Kosten nicht so stark ins Gewicht fallen.
Doch stimmt das? Nach Aussage der Verwaltung wird eine "normale" Klärgrube" einmal im Jahr geleert. Dabei werden rund vier Kubikmeter abgefahren. Das kostet gut 168 Euro, vorher wären ca. 116 Euro angefallen. Die Abfuhr verteuert sich also in diesem Regelfall um mehr als 50 Euro. Ob das wirklich "kaum ins Gewicht fällt", muss jeder für sich entscheiden. In Tostedt kostet die Entleerung einer Hausklärgrube sogar 47,27 Euro, für eine Abflusslose Sammelgrube sind es 43,85 Euro.
In Buchholz müssen für einen Kubikmeter Fäkalschlamm-Entsorgung aus der Hausklärgrube 35,35 Euro gezahlt werden. Bei abflusslosen Sammelgruben sind es 32,65 Euro Und bei den Nachbarn?